Dar al Janub, Kleistgasse 8/3, 1030 Wien - jeden Freitag ab 18.30 Uhr geöffnet - herzlich willkommen        

 
Remapping Palestine
Das Buch zum Symposium "Remapping Palestine"

 


Publikation (vergriffen)

 

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Donnerstag, 23. April 2015, 18.30 Uhr im Dar al Janub

Vortrag und Diskussion:

Palestinians of Syria – The Bleeding Wound

The Situation of the Palestinian Refugees of Syria and Lebanon

Refugees

The conflict already lasting more than three years in Syria has a dramatic impact on then Palestinian refugees living there. United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East (UNRWA) confirmed that as a result of the conflict, currently most of the approximately 540,000 Palestinians in Syria are no longer in any position to cover their daily basic needs. The fighting in Syria has triggered a new refugee movement comprising an entirely new generation of refugees. The humanitarian consequences as well as social and political effects of this additional Palestinian Diaspora will be discussed this evening.

Sprache: Englisch
A lecture by the expert for Palestinian Refugees, Dr. Ali Hweidi

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Offener Brief an Pater Christoph Matyssek fscb, Rektor des Afro-Asiatischen Instituts Wien

Lieber Pater Christoph Matyssek fscb,

verwundert mussten wir Ihre rasche Wende betreffend unserer gemeinsamen Kooperationsveranstaltung „Reclaiming Palestine“ vom November 2014 zur Kenntnis nehmen. Ganz besonders hat uns der von Ihnen gewählte Weg der Diffamierung bestürzt, da wir lange vor und während der gemeinsamen Veranstaltung mit Ihnen und dem Afro-Asiatischen Institut (AAI) eine sehr direkte, intensive und offene Diskussionsebene hatten. Nun aber mussten wir... (mehr...)


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Bericht al-Wafaa Konferenz vom 18.10.2014 in Rotterdam „Dressing the wounds & re-housing the displaced“

Der Titel und die Ziele der Konferenz sind und bleiben mehr als ambitioniert, doch das Motto der Konferenz, „Versuchen wir das Unmögliche“, ist trotz der dramatischen Situation in Gaza von den TeilnehmerInnen bestärkt worden.
Ärzte und Fachkräfte aus den verschiedensten Gebieten gaben einen umfassenden Überblick über die Dimensionen der seelischen und körperlichen Verwundungen der Überlebenden, über die Dimension der Zerstörung von Wohnhäusern und der zivilen Infrastruktur im Gazastreifen die durch die israelischen Angriffe im Sommer 2014 verursacht wurden. (mehr...)


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„We are Nablus“

Das Projekt “The Palestinian Women Economic & Cultural Empowerment's project in the Governorate of Nablus” stellt sich vor. (mehr...)

Gefördert und unterstützt wird das Projekt vom OPEC Fund for International Development (OFID)
OFID Logo

Konferenz

"Reclaiming Palestine: Empowering the Marginalized - The Social and Economical Reconstruction of  Palestinian Society under Foreign Occupation"

7. bis 9. November 2014

Ort: Afro-Asiatisches Institut Wien, Türkenstraße 3, 1090 Wien, Großer Saal

Vortragende, Gäste, PodiumsteilnehmerInnen, Workshop-Leiter, Moderation:

- Nadia Abu Zahar (An-Najah National University, Palestine)
- Abdull Jabar Khalili (An-Najah National University, Palestine)
- Adnan Odeh (SCCS, Projektleiter)
- Helga Baumgarten (Birzeit University, Palestine)
- Muzan Shoqa (Nablus, Palestine)
- Tanja Mikolasch (Volontärin in Nablus, Wien)
- Oliver Hashemizadeh (Dar al Janub, Wien)

Konferenzprogramm:

7. November:

17:00 bis 18:00: Begrüßung
18:00 bis 18:15: Pause
18:15 bis 21:00: „Divided Palestine“ – Überblick über die soziopolitischen und sozioökonomischen Folgen des „Osloer Friedensabkommen“
21:00 bis 21:15: Dabka-Darbietung der Gruppe Dschudur Filistin
21:15 bis 22:30: Buffet

8. November:

13:00 bis 15:00: „Reconstruction of Palestinian Society“ – Soziale, kulturelle und ökonomische Probleme in Folge des Osloer Prozesses; Problematik der NGO-isierung und westlicher Development-Industry
15:00 bis 16:30: Pause
16:30 bis 18:30: “Economy under Occupation and Apartheid” – Erosion der palästinensischen Wirtschaft durch den Osloer Prozess; politische, ökonomische und kulturelle Einflussnahmen durch „Entwicklungshilfsprogramme“
18:30 bis 19:00: Pause
19:00 bis 21:00: „Focus Nablus“ – die soziale und ökonomische Situation der Altstadtbevölkerung von Nablus als Bespiel für die Situation in „C-Gebieten“; Vorstellung vom Projekt „We are Nablus“
21:00: Buffet

9. November:

11:00 bis 12:30: Bericht Volontariat bei SCCS
13:00 bis 15:30: „Privatissimum“ (nur mit Voranmeldung unter privatissimum[at]dar-al-janub.net, begrenzte TeilnehmerInnenzahl)
15:30 bis 16:00: Pause
16:00 bis 18:30: Workshop: „Koloniale Kontinuität in aktuellen „Entwicklungsprogrammen“ erkennen und herausarbeiten (nur mit Voranmeldung unter workshop[at]dar-al-janub.net, begrenzte TeilnehmerInnenzahl)
19:00 bis 21:30 Konzert mit Mustafa al Kurd und Dabka-Darbietung der Gruppe Dschudur Filistin

Freitag ab 17:00 und Samstag und Sonntag ab 13:00 durchgehend Verkauf von palästinensischer Handwerkskunst und Textilien aus Nablus. Der Erlös kommt dem Projekt zugute.

Eintritt frei, freiwillige Spenden willkommen

Die Konferenz findet statt in Kooperation mit dem Afro-Asiatisches Institut Wien

AAI

Das Konzert mit Mustafa al Kurd wird ermöglicht durch die Österreichische Orient- Gesellschaft Hammer-Purgstall

ÖOG

Gefördert und unterstützt wird das Projekt und die Konferenz vom OPEC Fund for International Development (OFID)
OFID Logo

 

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Redebeitrag bei der Kundgebung “Today Break the Silence about the massacre in Gaza -Tomorrow Break the Siege of Gaza -The Day after Tomorrow Break the backbone of racism, racist states and their allies”
6. September 2014

speech delivered at the rally 'Today Break the Silence about the Massacre in Gaza – Tomorrow Break the Siege of Gaza – The Day after Tomorrow Break the Backbone of Racism, Racist States and their Allies', September 6th 2014

51 Tage ständige Bombardierung aus der Luft, zu Land und vom Wasser aus, liegen hinter den Palästinenserinnen und Palästinensern in Gaza. Über 2000 Tote und unzählige Verwundete sind die grauenhafte Bilanz der israelischen Aggression gegen den Gazastreifen, gegen Palästina, und trotz ihrer über 2000 Toten und unzähligen Verletzten, trotz der gigantischen Zerstörung von Infrastruktur im Gazastreifen – überleben die PalästinenserInnen nicht nur, sondern artikulieren nach wie vor ihre legitimen und auf elementaren Menschenrechten basierenden Ziele und Forderungen gegenüber Israel und der internationalen Staatengemeinschaft. Die Menschen in Gaza feierten das Ende der Angriffe, und so manche europäischen Journalistinnen und Journalisten, die über diese Feiern berichteten, haben nicht verstanden, weshalb die Menschen in Gaza das Ende der Angriffe als „Sieg“ feierten. Von ihren gemütlichen Redaktionsstuben – bestenfalls noch aus einem 5-Sterne-Hotels in der Nähe von Gaza, haben viele dieser JournalistInnen nicht verstanden, nicht verstehen können, weshalb die Menschen in Gaza diese Katastrophe dennoch als „Sieg“ feiern.

Dieser jüngste, 51 Tage dauernde Beschuss, diese 51 Tage Bombenhagel mit modernsten, mörderischen Waffen, F16-Bombern und perfiden High-Tech-Waffen folgte der altbekannten kolonialen Logik von Auslöschung und ethnischen Säuberungen. Wenn schon, wie beispielsweise der israelische, zionistische Historiker Benny Morris bedauert, nicht alle PalästinenserInnen 1948 vertrieben werden konnten, so glaubt der Staat Israel dennoch, den rechtmäßigen Wunsch der palästinensischen Bevölkerung in Würde und Freiheit zu leben, aus dem historischen Bewusstsein der palästinensischen Widerstandgeschichte auslöschen zu können.

Methodisch gleichen die jüngsten israelischen Militäroperationen den Vorgangsweisen von 1948, und doch gelingt es dem Staat Israel nicht, die Menschen in Gaza zu vertreiben oder ihren Wunsch auf Freiheit wegzubomben. Die zynische Aufforderung der israelischen Armee, die von ihr als „Kampfzonen“ definierten Dörfer und Städte zu verlassen, ist die traditionellen Vorgangsweisen einer kolonialen Armee, die in ihrer Geschichte immer nur erfolgreich gekämpft hat, wenn sie ZvilistInnen gegenüberstand. Das den „Warnungen“ folgende Einebnen ganzer Stadtteile Gazas ist mit den Massakern von Deir Yassin zu vergleichen. Man wollte damals wie heute Angst und Schrecken verbreiten, um einen Kollaps der Bevölkerung und ihres Widerstands herbeizuführen. Häuser, Schulen, Krankenhäuser, Moscheen, Kirchen wurden dem Erdboden gleichgemacht und ganze Familien ausgelöscht. Diese Kriegsverbrechen waren kein Versehen, waren keine „Kollateralschäden“, sondern entsprachen der traditionellen Logik jeder kolonialen Armee - so auch der israelischen Armee.

Wir müssen die Vorgangsweise dieser vielleicht letzten Kolonialarmee verstehen und anklagen, Vorgehensweisen, die wir aus anderen kolonialen Konflikten kennen. Die israelische Armee als eine der stärksten und größten Armeen der Welt stand einer zahlenmäßig und von der Ausrüstung her weit unterlegenen Widerstandsbewegung gegenüber, die noch dazu in ihren Bewegungsmöglichkeiten auf ein Minimum beschränkt war. Die FLN in Algier, der Vietcong im Mekong-Delta, die Bewegung des 26. Juli in der kubanischen Sierra Maestra oder der Widerstand von Umar al-Mukhtar in der Barqa hatten alle etwas grundsätzlich Gemeinsames. Zum einen lebten diese antikolonialen Bewegungen mit und unter der Bevölkerung, sie WAREN und SIND die Bevölkerung und wurden von dieser legitimiert und unterstützt. Zum anderen haben sie alle erfolgreich das koloniale Unrechtssystem besiegt. Und diese Siege wurden letztendlich nicht durch Waffen errungen, sondern durch die Moral, die Würde und den Widerstandsgeist der jeweiligen kolonisierten Bevölkerungen. Es waren immer politische Siege, niemals militärische. Vielleicht sind die Völker aus den Ländern des Südens deshalb so bespiellos mitfühlend und solidarisch, wenn sie die Angriffe auf Gaza sehen.

Und diese Moral, diese Würde, dieser Freiheitsgeist muss – der kolonialen Logik folgend - durch Bomben in Stücke gerissen und ausgelöscht werden. Jeder eigenständige politische und soziale Horizont, jeder Anspruch auf selbstbestimmtes Leben und auf freie Bewegung sind die Angriffsziele der israelischen Flugzeuge, Drohnen und Panzer. Wenn sie der Fische nicht habhaft werden können, vergiften sie das Wasser, das war die Losung der lateinamerikanischen Juntas und ihres Terror gegen die Bevölkerung in Chile, Argentinien und vielen anderen lateinamerikanischen Staaten.

Nun ist das Wasser in Gaza buchstäblich vergiftet, es herrscht Not an allen Ecken und Enden, die vielen Verwundeten können nicht versorgt werden. Daher bleibt an dieser Stelle die Frage für diese koloniale Armee: welcher Sieg kann militärisch verbuchen werden, wenn die Menschen in Palästina trotz der immensen Verluste geschlossen auf die Straßen gehen und ihren Sieg feiern? Den Sieg, nicht vor der kolonialen Aggression kapituliert zu haben, den Widerstand fortgeführt zu haben, überlebt zu haben, weiter zu machen.
Die Forderungen der Palästinenserinnen und Palästinenser sind unverändert:

.) Rückzug der israelischen Panzer von der Grenze zu Gaza
.) Völlige Gleichheit und Anerkennung von Grundrechten der arabisch-palästinensischen BürgerInnen Israels

.) Freilassung aller Gefangenen, die von israelischen Kräften nach der Ermordung der drei Jugendlichen aus israelischen Siedlerkolonien im Westjordanland festgenommen wurden
.) Beendigung der Blockade des Gazastreifens und Öffnung der Grenzübergänge für Menschen und Handel

.) Einrichtung eines internationalen Seehafens und eines internationalen Flughafens in Gaza unter Aufsicht der Organisation der Vereinten Nationen
.)
Ausdehnung der Zone erlaubten Fischens auf 10 Kilometer vor der Küste
.)
die Unterstellung der Kontrolle über den Grenzübergang bei Raffah an die U.N.O.
.) Stationierung internationaler Streitkräfte an den Grenzen von Gaza

.)
Erleichterung der Bedingungen, unter denen in der Al Aksa Moschee gebetet werden darf
.) ein Verbot der Einmischung Israels in das palästinensische Versöhnungsabkommen

.) Einrichtung einer Industriezone und Verbesserungen der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung in Gaza

Diese Forderungen sind wesentlicher Teil des innerpalästinensischen politischen Diskurses und mit den demokratischen Wahlen von 2006 noch mal klarer formuliert worden. 2006 bedeutete die Wahlniederlage einer politischen Fraktion des palästinensischen Widerstandes im Westjordanland und in Gaza, und damit die Abwahl und Ablehnung der durch Oslo geschaffen Periode und ihrer desaströsen Auswirkungen auf das alltägliche Leben der PalästinenserInnen.

Oslo schuf eine politische Elite, die durch ihre Zugeständnisse gegenüber Israel nicht mehr die realen und berechtigten Bedürfnisse der Gesamtbevölkerung vertrat, Erfüllungsgehilfe der Besatzungsmacht zu werden drohte, während der Großteil der Bevölkerung weiter rechtlos unter Besatzung dahinvegetieren musste, während Israel immer mehr illegale Siedlerkolonien schuf, sich immer größere Teile der Westbank de facto einverleibte, eine illegale Apartheidmauer auf palästinensischem Boden hochzog.

Einer der Gründe für diesen Überfall auf Gaza war die Bildung einer Einheitsregierung in Palästina, die die schmerzhafte Phase innerpalästinensischer Konflikte beenden sollte. Die Regierung Netanyahu glaubte, diese neue Einheit wegbomben zu können, doch sie wird einsehen müssen, dass ihre Politik und ihr jüngster brutaler Angriff nicht nur die palästinensischen Fraktionen zusammenrücken haben lassen, sondern gerade durch die gnadenlose militärische Gewalt die PalästinenserInnen auf den Straßen von Gaza, Al-Quds, Ramallah, Al-Khalil und Jenin, Haifa und Umm al-Fahem zusammenrücken haben lassen. Diese gelebte Einheit in den Tagen des Bombardements ist eines der größten Probleme dieser israelischen Regierung. Und diese palästinensische Einigkeit haben sich die solidarischen Menschen auf der ganzen Welt und sogar in Europa zu Eigen gemacht und sie inspiriert. Die DemonstrantInnen und AktivistInnen in London, Paris, Berlin, Wien, Madrid, Rom und Athen und in vielen vielen anderen Städten der Welt standen im Regen und in der Sonne, durch aggressive ZionistInnen eingeschüchtert, als „Antisemiten“ oder wahlweise als „selbsthassende Jüdinnen und Juden“ diffamiert, Woche für Woche auf den Straßen. Und es wurden mehr und mehr.

Diese Errungenschaft, menschliches Leid und Ungerechtigkeit in eine solidarische Praxis umzusetzen ist heute mehr gefragt denn je. Gaza ist zerstört, die Menschen traumatisiert. Es ist unsere Aufgabe als solidarische Bewegung hier ansetzen und die physische und psychische Genesung, sowie den materiellen Wiederaufbau zu unterstützen. Und hier gilt es zuallererst anzuerkennen, dass die Koordinierung des Wiederaufbaus in den Händen der PalästinenserInnen und nur bei Ihnen liegt. Wenn nun manche NGOs als „fünfte Kolonne“ des Osloer Prozesses wieder in den alten Mustern in die gesellschaftlichen Wiederaufbauarbeiten zu intervenieren und die derzeitige katastrophale Lage auszunutzen versuchen, werden sie ihre höchst problematische Funktion als die „Missionare des 21. Jahrhunderts“, als „Bürdenträger des weißen Mannes“ festschreiben. NGOs und Hilfsorganisationen müssen die legitimen Rechte der PalästinenserInnen. Umgekehrt ist es heute die Aufgabe der internationalen Solidaritätsbewegung, NGOs auf ihre Integrität abzuklopfen und zweifelhafte Organisationen unter die Lupe zu nehmen. NGOs und Hilfsgruppen die in einer Art Parallelgesellschaft, die Lieferanten von „westlichen Werten“ spielen wollen, den Widerstand delegitimieren und entpolitisieren wollen, während gleichzeitig ihre Regierungen strategische Massenvernichtungswaffen in Form von U-Booten liefern, sollten und müssen ihre eigene Rolle hinterfragen oder auf das „N“ vor „GO“ verzichten.

Die internationale Solidaritätsbewegung muss heute mehr denn je, orientiert an den politischen Forderungen aus Palästina ihre Unterstützungsarbeit verstärken und präzisieren. Es braucht Menschen die mit den Fischern von Gaza, die 12 Meilen Zone durchbrechen, es braucht wieder Schiffe, die an der Küste von Gaza landen um Versorgungsmaterial zu bringen, aber vor allem um symbolisch den Seehafen von Gaza zu etablieren. Die mühsame Aufklärungsarbeit über den kolonialen Charakter Israels auf den europäischen Straßen ist bei dem Aggressionspotential der ZionistInnen und ihrer UnterstützerInnen kein leichtes Unterfangen. Doch sie ist notwendig und unerlässlich.
In diesem Sinne:


• unterstützen wir jede Bemühung von europäischen PolitikerInnen ein gezieltes Embargos gegen Israel durchzusetzen
•fordern wir von den österreichischen und europäischen Verteidigungsministerien jede Kooperation mit der israelischen Armee abzubrechen
• bedanken wir uns bei allen mit denen wir zusammen unseren Protest zum Ausdruck bringen konnten
• werden wir unseren Möglichkeiten entsprechend die Einheit der PalästinenserInnen unterstützen, wo immer wir können.

 

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Stop Apartheid - Boycott Israel

Boycott Israel!
bis zum Ende von Besatzung, Kolonialismus, ethnischen Säuberungen und Apartheid

Über 100 Jahre nach den ersten zionistischen Kolonialisierungen, über 60 Jahre nach den Vertreibungen und Zerstörungen während der Nakba und den ersten Jahrzehnten des neuen israelischen Staats, und fast 50 Jahre nach der vollkommenen Übernahme Palästinas durch ein permanentes Besatzungsrecht, sind einerseits die Palästinenserinnen und Palästinenser von ihren völkerrechtlich verbrieften Grundrechten weiter entfernt als je zuvor, andererseits durch Israel und die internationale Staatengemeinschaft in politische und soziale Gruppen aufgeteilt, deren Mehrheit kaum noch Teil irgendwelcher Friedenslösungen oder -verhandlungen sind.

Anders ausgedrückt: Würde heute ein Ende der Besatzung über der Westbank und Al-Quds, sowie ein Ende der Belagerung des Gazastreifens von Israel im Zuge einer Einigung umgesetzt werden, würde dies noch lange nicht die reale Lebenssituation der meisten PalästinenserInnen ändern. In den Verhandlungen über ein mögliches Ende der Besatzung wird seit dem Osloer Prozess das individuelle Recht der vertriebenen und/oder geflüchteten PalästinenserInnen auf ihre Rückkehr ignoriert und verwehrt. Der Grund: Weil sie keine Jüdinnen und Juden sind. Ein Ende der Besatzung würde zudem nicht automatisch die rassistischen Sondergesetze gegen die palästinensischen StaatsbürgerInnen Israels aufheben. Ihre Ansprüche auf während der Nakba verlorenes Eigentum, ihre Zugangsmöglichkeiten zu Einrichtungen des israelischen Staats usw. sind limitiert oder werden zur Gänze verwehrt. Der Grund: Weil sie keine Jüdinnen und Juden sind. Zwangsumsiedlungen von halbnomadisch lebenden PalästinenserInnen mit israelischem Pass können nur mit staatlich organisiertem Rassismus, also einem Regime der Apartheid durchgeführt werden. Zusätzlich sind die heutigen Kolonisierungsprojekte in den besetzten Gebieten, die Siedlungen, nicht mehr Verhandlungsgegenstand einer Friedenslösung. Sie sind mit ihren Universitäten und Industriezonen Teil der an den Weltmarkt angebunden israelischen Wirtschaft, inklusive ihrer wenigen palästinensischen Billigarbeitskräfte.

Aus dieser Zerteilung individueller Grundrechte (IHL) und deren Ignorierung in allen bisherigen Friedensverhandlungen der letzten Jahrzehnte, bei gleichzeitiger fortschreitender Kolonialisierung arabischen Landes, extremer Gewaltanwendung gegen die palästinensische Zivilbevölkerung und Isolierung von ihrer regionalen und internationalen Umgebung, hat 2005 die palästinensische Zivilbevölkerung zum Boykott, Investionsentzug (Desinvestment) und Sanktionen gegen Israel ausgerufen, der von allen maßgeblichen palästinensischen Parteien, NGOs, Flüchtlingsorganisationen und Initiativen unterstützt wird.

Gewaltlose Strafmaßnahmen müssen solange aufrechterhalten bleiben, bis Israel seiner Verpflichtung nachkommt, den PalästinenserInnen das unveräußerliche Recht der Selbstbestimmung zugesteht und zur Gänze den Maßstäben internationalen Rechts entspricht:

1) Beendigung der Besetzung und Kolonisation allen arabischen Landes und der Abriss der Mauer

2) Völlige Gleichheit und Anerkennung von Grundrechten der arabisch-palästinensischen BürgerInnen Israels

3) Der Respekt, Schutz und die Förderung der Rechte der palästinensischen Flüchtlinge zur Rückkehr, in ihre Heimat und zu ihrem Eigentum, wie es in der UN Resolution 194 vereinbart wurde

Nelson Mandela warnte in seinem Kampf um die Würde der südafrikanischen Bevölkerung vor der kolonialen Logik der Symmetrie und Gleichheit von Opfern und Tätern, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, wenn die Unterdrücker erstmals ihre ausweglose Lage erkannt haben. Dieser Logik der indirekten Delegitimierung und „höflichen Zensur“stellt sich BDS entgegen, indem sie einem umfassenden Boykott auf ökonomischer, akademischer und kultureller Ebene fordert, der sich gegen all jene Firmen, Universitäten, Forschungsprojekte und Kunstproduktionen wendet, die zur Lage der PalästinenserInnen schweigen, die die israelische Politik der Verwehrung der palästinensischen Grundrechte unterstützen, rechtfertigen oder schönfärben. ForscherInnen oder Kulturschaffende, sowie Firmen können ihren Anteil an Rassismus, Apartheid und Besatzung nicht „ausgleichen“, indem sie gleichzeitig Projekte mit PalästinenserInnen oder in den besetzten Gebieten verfolgen.

Zu diesem Thema diskutieren AktivistInnen und ExpertInnen, die sich mit den Anliegen der palästinensischen Bevölkerung solidarisiert haben und im Konkreten den Boykottaufruf durch Öffentlichkeitsarbeit unterstützen.

Podiumsdiskussion mit

# Ronnie Barkan, Tel Aviv-Jaffa - von Boycott from Within

# Birgit Althaler, Basel - von BDS Schweiz

# Rafeef Ziadah, London - Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel (PACBI) - angefragt

Wann: Mittwoch, 21.05.2014, 18 Uhr
Wo: Dar al Janub - Zentrum Interkultureller Begegnung, Kleistgasse 8/3, 1030 Wien

Weitere Infos und Details zur Veranstaltung und zu BDS Austria in wenigen Wochen unter www.bds-info.at

 

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Veranstaltungshinweis:

AAI Wien

Schwerpunkttage "Legt die Waffen nieder" im AAI: Veranstaltungstipps für den 17.3. und 18.3.2014

Montag, 17. März, 19 Uhr, AAI-Wien, Großer Saal

Kinder in Palästina Kinderzeichnungen aus dem palästinensischen Rehabilitationszentrum für Folteropfer (TRC) in Ramallah – Ein friedenspolitisches Projekt Kuratorin und Einführung: Karin Nebauer Die Ausstellung "Kinder in Palästina" zeigt Kinderzeichnungen und Fotos aus den Sommercamps des palästinensischen Treatment and Rehabilitation Center for Victims of Torture (TRC) in Ramallah. Dort können 6 bis 15-jährige Kinder aus Flüchtlingslagern, die infolge erlebter Gewalt an Posttraumatischem Stress, Angst- und Verhaltensstörungen leiden, drei Wochen mit Spiel, Therapie und Unterricht verbringen und erleben, dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein sind. Da Palästinenser unter dem Besatzungsregime ständig Gewalterfahrungen ausgesetzt sind, hat das Behandlungszentrum in Zusammenarbeit mit dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte und den lokalen Universitäten ein eigenes Therapiekonzept entwickelt: Neben der eigentlichen Traumatherapie, die den Kindern helfen soll, wieder emotional stabiler und handlungsfähig zu werden, erhalten sie Unterricht in Gewaltprävention, Aufbau friedvoller Beziehungen, Menschenrechten und Demokratie und werden motiviert, sich in ihrer Familie oder der Nachbarschaft sozial zu engagieren. Das entspricht auch den Werten der palästinensischen Kultur. Auf erfahrene Gewalt soll nicht mit Rache und Gewalt reagiert werden, die sich bis in die eigene Familie und die Gesellschaft auswirkt, sondern mit dem Aufbau positiver Beziehungen und dem Bewußtsein für Menschenrechte und Demokratie als Beitrag zur Entwicklung der zukünftigen palästinensischen Gesellschaft. Neben den Kinderzeichnungen und Fotos werden auf Texttafeln auch die traumatisierenden Lebensbedingungen im Westjordanland und in Ostjerusalem in ihrer Auswirkung auf Kinder und Jugendliche geschildert.

Freiwillige Spenden kommen dem Rehabilitationszentrum für Folteropfer (TRC) zugute!!!

Kooperation: Münchner Friedensbündnis, AAI

 

Und: Filmabend Dienstag, 18. März, 19 Uhr, AAI-Wien, Großer Saal

"When the Boys return" von Tone Andersen (arabisch mit englischen Untertiteln)

Der Film begleitet sehr einfühlsam und mit viel Respekt elf palästinensische Jugendliche, die aus israelischen Gefängnissen in ihre Dörfer zurückkommen, verunsichert, voller Angst und mutlos. Die Eltern können ihnen nicht helfen. Die Präsenz des israelischen Militärs in den Dörfern ist erdrückend, die Menschen fühlen sich beobachtet und kontrolliert, auch von den Informanten aus den eigenen Reihen. Sie fürchten Schikanen, die nächtlichen Razzien und Verhaftungen. Die Jugendlichen treffen sich einmal wöchentlich in einem trauma-therapeutischen Zentrum von YMCA in Hebron, wo der Therapeut versucht, sie zu Schulbesuch oder Berufsausbildung zu motivieren und ihnen bei der Reintegration zu helfen. Der 15-jährige Mohamed kommt aus seiner Verzweiflung und Depression nicht heraus, aus Angst vor einer neuerlichen Verhaftung wagt er nicht mehr zu Hause zu schlafen. Er sieht sich in seinem Gefühl der Ausweglosigkeit bereits als Märtyrer, was seiner Mutter Angst macht. Tatsächlich wird er noch während der Dreharbeiten neuerlich verhaftet. Die Regisseurin erlebte bei ihrem Aufenthalt im Westjordanland 2002 die Verhaftung eines ihr bekannten Jungen. Dieses Ereignis ließ sie nicht los. 2007 kam sie zurück, um diesen Film zu drehen. Der Film (arabisch mit engl. Untertiteln) wurde beim Internationalen Dokumentarfilmfestival in Amsterdam und in Thessaloniki gezeigt. Freiwillige Spenden kommen dem Rehabilitationszentrum für Folteropfer (TRC) zugute!!!

Kooperation: Münchner Friedensbündnis, AAI-Wien

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G4S raus!!!!

Seit dem Ende der 80er Jahre verfolgt die österreichische Regierung eine repressive und menschenverachtende Flüchtlingspolitik und folgt damit der generellen EU-Politik zur Asyl- und Flüchtlingsfrage. Der Anstieg der Migration von Menschen aus den armen Ländern des Südens nach Europa ist nicht zuletzt eine unmittelbare Folge der globalen, aber eben auch europäischen neokolonialen und neoliberalen Zuspitzungen der letzten 30 Jahre. Kriege zur Absicherung von Ressourcen, profitmaximierender und ungerechter Handel und die Zerstörung lokaler Märkte durch subventionierte Exporte, schaffen nicht nur lokale Konflikte, bedingen nicht nur Hunger und Tod in den Ländern des Südens, sie zwingen Menschen in die Flucht und auf einen ungewissen und gefährlichen Weg in die reichen Länder der EU.

Die (Außen)Politik der EU-Länder zerstört die Lebensgrundlage der Menschen in ihren Heimatländern und verwehrt ihnen damit die Teilhabe am Wohlstand in den Ländern, die sie um ihrer politischen, ökonomischen und sozialen Grundlagen beraubt haben. In Europa werden die Flüchtlinge wiederum illegalisiert und kriminalisiert - im Wissen aller Beteiligten, dass es keinen offiziellen und legalen Weg zur Flucht gibt. Längst vergessen scheinen die Schicksale der Menschen, die während des Faschismus fliehen mussten, hohl erscheint die Mahnung aus der Vergangenheit Lehren zu ziehen, wenn gleichzeitig Männer, Frauen und Kinder unter Anwendung von Gewalt in Schubhaftgefängnissen und -lagern festgehalten werden und schließlich mittels europäischer Fluggesellschaften deportiert werden.

Diese Politik steht in keinem europäischen Parlament zur Diskussion. Die Regierungen Europas sind politisch zu einer extremistischen Mitte zusammengeschmolzen, in der es keine Opposition zu dieser menschenverachtenden Politik gibt. Eine extremistische Mitte, die nicht vor Kriegen (wie z.B. Afghanistan) zurückschreckt. In der perfiden Logik des Neoliberalismus wird aus dem Leid und aus den Folgen dieser Politik noch ein Geschäft: Die Privatisierung von Inhaftierung und Bewachung der Flüchtlinge und die Überantwortung ihres Schicksals an sogenannte „Sicherheitsfirmen“ wie G4S.

Aktuell sollen diese Folgen von Krieg, ungerechtem Handel und Rüstungsexporten im Schubhaftgefängnis Vordernberg in der Steiermark Jobs schaffen und einen reibungslosen Ablauf der Deportationen (Anbindung Autobahn und Flughafen) garantieren. Abgesehen von einer umstrittenen Ausschreibung für diesen Auftrag und dem Naheverhältnis von ÖVP-Politiker_innen zum „Sicherheitskonzern G4S [1], scheint auch die praktische Erfahrung des Konzerns G4S im Umgang mit Gefangenen eine Rolle bei der Auswahl von G4S zu spielen.

G4S ist aus der Fusion der „Sicherheitsfirmen“ Group 4 Falck und Securicor im Jahre 2004 [2] entstanden, verweist aber gerne verharmlosend auf ihren Ursprung als Firma für Nachtwächter. Ihre praktischen Erfahrungen auf dem Gebiet der Bewachung von Gefangenen sammelte G4S seit 2007 in Israel/ Palästina. Der Konzern beteiligt sich dort lukrativ an der völkerrechtlich illegalen Besatzungspolitik, indem sie Sicherheits- und Wachaufgaben in israelischen/jüdischen Siedlungen auf palästinensischen Gebiet übernimmt, Checkpoints in der Westbank betreibt und palästinensische Gefangene in israelischer Administrativhaft (unbegrenzte Haft ohne zivilen Prozess) bewacht. Dabei ist auch die Inhaftierung von Kindern inkludiert.

G4S steht symbolträchtig für einen modernen europäischen Trend, der aus der israelischen Praxis und Vorgehensweise mit unerwünschten und „überflüssigen“ Bevölkerungsgruppen lernen will. G4S profitiert unmittelbar aus der israelischen Besatzung. Die palästinensische Bevölkerung gilt Israel nur als Bedrohung, eine Bevölkerungsgruppe, die bewacht und kontrolliert oder idealerweise überhaupt deportiert werden soll. Für den israelischen Staat ist die palästinensische Bevölkerung „überflüssig“, sie wird weder für die israelische wirtschaftlich Verwertung benötigt, noch hat der israelische Staat Interesse daran, dieser Gesellschaft eine eigene Perspektive zu lassen.

Die nach Europa geflohenen Menschen sind ebenso „nutzlos“ für den hiesigen, europäischen Arbeitsmarkt, der Zuzug wird der Logik des Kapitals folgend über Qualifikationen gesteuert, nicht etwa an Fragen von Moral und Humanität gemessen. Und da die Existenz der Refugees praktisch keine Verwertungsmerkale besitzt – ihre Existenz dieser Logik zufolge „unwert“ ist – überantwortet die Regierung sie Konzernen wie G4S.

G4S betreut Sicherheitssysteme in den, durch Folter und Mord bekannten, israelischen Gefängnissen und Lagern Ketziot, Damon, Megiddo, al-Moskobiyeh, Kishon, Rimonim, Ofer, u.a. [3]

Dort werden Sicherheits-, Kontroll, -und Überwachungssysteme betrieben, dort wird gefoltert und immer wieder werden Gefangene ermordet (Arafat Jaradat 2013) [4]. Und ebenso, wie nahezu niemals israelisches Personal für die Taten zur Rechenschaft gezogen wird, konnte auch niemals eine direkte Verantwortung von G4S nachgewiesen werden. Das Kotroll- und Verwahrungssystem ist in sich geschlossen.

In sich geschlossen, wie der Umgang mit Flüchtlingen und ihrer Gefangennahme in Vordernberg. Korrupte Politiker_innen, eine Flüchtlingspolitik die nur Haft und Abschiebung kennt, Regierungen, die sich mit ihrem Verweis auf eine Gefahr von Rechtsextremismus in Europa selbst am rassistischen Umgang mit Flüchtlingen übt, Architekten[5], die baulich die Brutalität weißwaschen und Konzerne wie G4S, die bereit stehen, in rechtsfreien Räumen Menschen zu bewachen. Ganz obenauf in diesem System der Abwicklung der „Flüchtlingsproblematik“ stehen NGOs, die Flüchtlinge „beraten“: „Rückkehrberatung“ nennt sich diese Hilfe. Der Kreis schließt sich dort, wo G4S seine soziale Verantwortung - den Normen moderner Konzernführung entsprechend – öffentlich platzieren will, wenn sie mit „Young Caritas“ eine Charity Event sponsort [6]. Wir fordern daher:

- Die Annullierung der Verträge mit der „Sicherheitsfirma“ G4S, die sich an der völkerrechtswidrigen Besatzung in Palästina und der Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung beteiligt

- die Nicht-Inbetriebnahme des Schubgefängnisses Vordernberg

- Bewegungsfreiheit für Refugees in Europa

- Und von NGOs: die Aufkündigung ihrer Kooperation mit dem Bundesministerium für Inneres

 

[1]http://www.profil.at/articles/1345/560/369169/justiz-sicherheitsdienstleister-g4s

[2]http://www.corporatewatch.org/?lid=337

[3]http://www.corporatewatch.org/?lid=4360

[4]http://maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=568699

[5]http://www.sue-architekten.at/sites/default/files/press/vordernberg_gespraech_fabian_faltin_sue.pdf

[6]http://www.g4s.co.at/de-AT/Presse/News/2013/12/02/G4S%20unterstuetzt%20Young%20Caritas/

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Brief an das Innenministerium:

Bundesministerium für Inneres
Herrengasse 7
1014 Wien
Betreff: Schubhaftgefängnis Vordernberg

Sehr geehrte
Frau Innenministerin Mikl-Leitner,

wir fordern Sie dringend auf den Vertrag mit dem Konzern G4S Secure Solutions AG (G4S) als Generalunternehmer im Schubgefängnis Vordernberg ersatzlos zu kündigen.

Bereits im Jahre 2011 hat das Europäische Parlament eine Anfrage an die Kommission gestellt (E-003873/2011), in der die Beteiligung des Unternehmens G4S an Menschenrechtsverletzungen geprüft werden sollte. Es ist eine Tatsache, dass G4S Israel (zu 91% in Besitz von G4S) Sicherheitsausrüstung und Dienstleistungen in Gefängnissen in Israel und dem völkerrechtswidrig besetzten Westjordanland stellt. Außerdem stellt G4S Sicherheitsdienstleistungen und Personal in israelisch/jüdischen Siedlungen, die illegal auf palästinensischen Boden errichtet sind. G4S liefert zudem Sicherheitssysteme an das israelische Polizeipräsidium im Westjordanland, stellt Ausrüstung für militärische Kontrollpunkte im Westjordanland und hat dort Wartungsdienstleistungen übernommen.

Alle diese Beteiligungen durch das weltweit agierende Unternehmen G4S sind laut der Vierten Genfer Konvention unrechtmäßig. Auch die auf palästinensischem Gebiet errichteten Kontrollpunkte sind laut einem Gutachten des internationalen Gerichtshofs vom 9. Juli 2004 gesetzeswidrig und verstoßen gegen das internationale Völkerrecht. An allen Beteiligungen von G4S in Israel und dem besetzen Palästina kommt es fortlaufend zu schweren Menschenrechtsverletzungen, wie Folter, Mord, Administrativhaft, Inhaftierung von Minderjährigen.

Aus diesen Gründen ist es inakzeptabel, wenn schutzbedürftige Personen in die Obhut eines anrüchigen Konzerns wie G4S überantwortet werden, einem Konzern der Völkerrecht missachtet und an Menschenrechtsverstößen beteiligt ist. Darüberhinaus fordern wir eine Überprüfung der Geschäfte von G4S in Österreich durch das Innenministerium und die Auflösung aller Verträge der mit diesem Konzern.

In einem mutigen Schritt aktiver Humanität hat die Universität von Oslo im Sommer 2013 ihre Verträge mit G4S wegen der Beteiligung an der israelischen Besetzung Palästinas gekündigt.

Zeigen Sie auch diesen Mut.

Wir bitten um eine rasche Beantwortung unseres Anliegens.

Mit freundlichen Grüßen

Dar al Janub - Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative
Kleistgasse 8/3
1030 Wien
Austria

APA-OTS-Aussendung vom 10.1.2014:
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140110_OTS0117/protest-gegen-g4s-und-das-geplante-schubgefaengnis-vordernberg

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Herbst- und Winterprogramm 2013/14

Das Herbst und Winterprogramm von Dar al Janub - Verein für antirassistische und Friedenspolitische Initiative steht dieses Jahr im Zeichen des 20. Jahrestages der Unterzeichnung des Osloer Abkommens. Mitte der 1990er Jahre schien der nahezu 100jährige Konflikt in Palästina endlich in einen historischen Friedensprozess zu münden, der zumindest in den 1967 besetzten palästinensischen Gebieten Frieden und Prosperität bringen und den PalästinenserInnen eine eigene, unabhängige Staatlichkeit garantieren sollte. 20 Jahre nach dem historischen Handschlag zwischen Jassir Arafat und Yitzak Rabin scheint der Frieden ferner denn je. Militärische Großoffensiven gegen das größte Freiluftgefängnis der Welt Gaza, Verelendung und Abhängigkeit von westlichen Entwicklungsgeldern, expandierende israelische Siedlungen auf palästinensischen Gebieten in der Westbank und eine Mauer, die die israelischen Siedlungen vom besetzten palästinensischen Land trennt, sind die Entwicklungen der vergangenen Jahre. Und doch hat sich in diesen vergangenen 20 Jahren auf zivilgesellschaftlicher Ebene einiges verändert. Meinte die ehemalige israelische Ministerpräsidentin Golda Meir 1969 noch, „so etwas wie ein palästinensisches Volk“ gäbe es nicht, schüttelte Rabin ein Vierteljahrhundert später dem - wie es so oft hieß - „Palästinenserpräsidenten“ Arafat in Washington die Hand. Israelische und europäische WissenschafterInnen, anerkennen mittlerweile mehr und mehr die historischen Fakten der ethnischen Säuberungen von 1948, die hundertausende PalästinenserInnen zur Flucht zwang und in der arabischen Geschichte als „Nakba“ (Katastrophe) eingegangen ist, auch wenn unterschiedliche Konsequenzen und Schlüsse daraus gezogen werden. Weltweit fordern aber auch immer mehr zivilgesellschaftliche NGOs, Gewerkschaften, Organisationen und prominente Persönlichkeiten einen wirtschaftlichen und akademischen Boykott gegen Israel nach dem Vorbild der Anti-Apartheids-Bewegung gegen Südafrika (BDS).

Der gescheiterte Osloer Prozess steht daher auch Ende Dezember im Mittelpunkt unserer Diskussionsveranstaltung mit Viktoria Waltz. Hindernisse und Perspektiven einer Solidaritätsarbeit gegen Apartheid und Besatzung diskutieren wir in einer Veranstaltung im Januar 2014 mit zwei AktivistInnen aus Gaza und Irland. Wir freuen uns auf Ihre/Eure rege Teilnahme.

Detailprogramm:

15.11.2013, 19 Uhr, Dar al Janub - Filmvorführung „Roadmap to Apartheid“, OmU
Der Film untersucht in einem detaillierten und auf Fakten basierenden Vergleich Parallelen und Unterschiede zwischen dem südafrikanischen Apartheidsystem, das 1994 offiziell zu Fall kam und der aktuellen Situation in Palästina/Israel heute. Der Film erhielt zahlreiche Preise und positive Rezensionen, und erschien fast zeitgleich mit der Entscheidung des südafrikanischen Nationalkongresses, den palästinensischen Aufruf für Boykott, Desinvestition und Sanktionen (BDS) gegen Israel zu unterstützen.
Veranstaltungsort: Dar al Janub - Kleistgasse 8/3, 1030 Wien

22.11.2013, 19 Uhr - Filmvorführung "The Sons of Eilaboun", OmU
Der Film berichtet über ein Massaker, das von der israelischen Armee im Jahr 1948 verübt wurde. Das Massaker wurde im Dorf Elaiboun begangen, die Überlebenden mussten in den Libanon fliehen und wurden zu Flüchtlingen. Nach Jahren und zum ersten Mal in der Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts gelang es den Vertriebenen zurückkehren.
Veranstaltungsort: Dar al Janub - Kleistgasse 8/3, 1030 Wien

13.12.2013, 18 Uhr - Vortrag und Diskussion "20 Jahre Oslo – Ausschnitte eines gescheiterten Abkommens" mitViktoria Waltz - ehemalige Dozentin an der Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund und ehemalige Regierungsberaterin des palästinensischen Wohnbauministeriums in Gaza und Ramallah, Deutschland

Parallel wird die jüngste Publikation des Dar al Janub, "Remapping Palestine - Sammelband zur Diskussion" anlässlich des 10jährigen Jubiläums zur Gründung des Vereins Dar al Janub, u.a. mit Beiträgen von Joseph Massad, Ilan Pappe, Salman Abu Sitta, vorgestellt.
Veranstaltungsort: Dar al Janub - Kleistgasse 8/3, 1030 Wien

24.01.2014, 18 Uhr - Diskussion "Solidarität mit Palästina - Herausforderungen und Perspektiven eines Aktivismus in Europa" mit Sinead MacLochlainn (Vorsitzende Irish-Friends of Palestine) und Maysara Al-Arabeed (Antiapartheids-Aktivist und Student, Mitglied bei PalFoundation)
Veranstaltungsort: Dar al Janub - Kleistgasse 8/3, 1030 Wien
Sprache: Englisch

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Brief an die Künstlerische Intendanz des Tanzquartiers Wien

Künstlerische Intendanz
Tanzquartier Wien

1070 Wien
Museumsplatz 1

6. September 2013


Betrifft:  Die Aufführungen der Batsheva Dance Company im Tanzquartier Wien, 4. und 5. Oktober 2013

Sehr geehrte Damen und Herren vom Tanzquartier Wien,

Wir schreiben Ihnen diesen Brief, um gegen die Aufführungen der Batsheva Dance Company am 4. und 5. Oktober im Tanzquartier Wien zu protestieren.

Die Batsheva Dance Company, die vom israelischen Außenministerium "der bekannteste weltweite Botschafter für israelische Kultur" genannt wird, sah sich bei ihren Tourneen in Europa und den Vereinigten Staaten bereits zahlreichen Protesten und Aufrufen zum kulturellen Boykott gegenüber.  Palästina-Solidaritätsgruppen haben diese Tanztruppe in offenen Briefen inständig gebeten, sich vom israelischen Außenministerium, das ihre Tourneen finanziert, zu distanzieren und sich gegen die Verletzungen der Rechte der Palästinenser durch die israelische Regierung zu stellen. Bis heute hat sich die Truppe geweigert, das zu tun.

Mit dem Boykott von Batsheva wird dem Aufruf der palästinensischen Zivil-Gesellschaft zu einem akademischen und kulturellen Boykott Israels gefolgt (www.pacbi.org), der Teil der wachsenden BDS-Bewegung (Boykott, Investitionsentzug und Sanktionen) ist, und zu einem Boykott israelischer Institutionen und Compagnien aufruft bis die Forderungen nach Gleichheit einschließlich Ende der militärischen Besatzung auf palästinensischem Boden, gleichen Rechten für die palästinensischen Bürger in Israel und Rückkehrrecht der palästinensischen  Flüchtlinge, wie es in der UN-Resolution 194 garantiert wird, erfüllt sind.

Die Organisationen stellen fest, dass sie den Aufruf der palästinensischen Zivilgesellschaft zu BDS als eine Form des gewaltlosen Widerstands gegen die israelische Apartheid unterstützen, und dass es, wenn Batsheva nicht entsprechend Stellung bezieht, einen Aufruf zum Boykott ihrer Auftritte geben wird.

Zahlreiche internationale Künstler, Filmregisseure, Schriftsteller und Wissenschaftler folgten dem Aufruf zu einem kulturellen Boykott Israels, unter ihnen Roger Waters, Nigel Kennedy, Alain Platel, Ken Loach, Gil Scott Heron, Mike Leigh, Stephen Hawking, Alice Walker, Russell Banks, John Berger, Dr. Desmond Tutu, Mairead Maguire (Nobel Peace Prize Winner), Santana, Iain Banks, Eric Burdon, Saif Keita, Cassandra Wilson  und viele, viele andere.  Wir sind deswegen enttäuscht, dass Sie eine Tanzgruppe aus Israel, die offiziell von der israelischen Regierung für seine Tourneen unterstützt wird, eingeladen haben.

Wegen ihrer engen Beziehung zum israelischen Außenministerium macht sich Batsheva "aktiv mitschuldig am Reinwaschen der israelischen Menschenrechtsverletzungen, der Apartheid und der Besatzung auf palästinensischem Land".  Batsheva erhält vom Außenministerium Gelder für seine internationalen Tourneen. Während israelische Künstler frei auf Tournee gehen können, werden Ausstellungen und Performances von palästinensischen Künstlern systematisch verboten, sabotiert und von der israelischen Besatzungsmacht unterdrückt. Palästinensischen Tänzern aus dem Westjordanland verbietet die israelische Regierung in den Gazastreifen zu reisen, um dort vor Palästinensern aufzutreten.

Nach der militärischen Offensive gegen Gaza 2008/09 (“Operation Cast Lead“) griff die Tanzgruppe El Fanoun aus Ramallah aus Protest gegen die brutale israelische Blockade des Gazastreifens (die bis heute besteht) zu einer Darbietung über Satelliten-Verbindung. Auch mussten zwei Tanzdarbietungen von El Fanoun abgesagt werden, weil Israel den Tänzern die Einreise nach Jerusalem verweigerte.  

Es gab in 2008/09 ein nicht zu leugnendes Gemetzel an Palästinensern in Gaza , wovon sogar in Mainstream Quellen erschreckende Berichte veröffentlicht wurden. Bei dieser Offensive verwendeten die Israelis Weißen Phosphor, eine chemische Waffe, deren Einsatz in Gebieten mit ziviler Bevölkerung verboten ist, und setzten es sogar über Schulen der Vereinten Nationen ein. Innerhalb urzer Zeit wurden damals 1.440 Menschen getötet, sehr viele von ihnen Zivilisten, Frauen und Kinder.

Zur Batsheva Dance Company gehören Tänzer aus so fernen Ländern wie Brasilien, Frankreich und Japan.   25% der israelischen Bevölkerung innerhalb der Grünen Linie  ist arabisch. Wie viele Mitglieder dieser Company waren in den 45 Jahren ihres Bestehens Araber?  Wir fürchten, dass keiner je als Mitglied des Ensembles aufgenommen wurde.

Die Herausforderung, die sich uns heute bei der Beendigung der Apartheid-Politik des Staates Israel stellt, ist nicht verschieden von der Herausforderung, vor der die Menschen guten Willens in den 1980er Jahren standen, als sie den Boykott-Aufrufen gegen die weiße Vorherrschaft in Südafrika folgten.

Seit 1948 haben hunderte UN-Resolutionen Israels Kolonial- und Diskriminierungspolitik als illegal verurteilt und zu sofortiger, adäquater und effektiver Abhilfe aufgerufen. Alle Formen zu Internationalen Interventionen und Friedensbemühungen, Aufrufe, Israel solle sich an die Gesetze der Menschenrechte halten, grundlegende menschliche Rechte respektieren, seine Besetzung und Unterdrückung der Palästinenser beenden, sind bis jetzt fehlgeschlagen. Israel  hat  einseitig  Ostjerusalem und die Golanhöhen annektiert und ist dabei, sich laufend große Teile des Westjordanlandes anzueignen, durch Errichtung der Mauer, was vom Internationalen Gerichtshof 2004 verurteilt wurde.

Nur mit einem effektiven, internationalen Druck auf Israel, der so weit reichend und umfassend ist wie der, der für die Beendigung der Apartheid in Südafrika erfolgreich eingesetzt worden ist, erfüllen Intellektuelle und Akademiker ihre moralische Pflicht für Recht, Gerechtigkeit, Gleichheit sowie Vorrang und Gültigkeit universeller ethischer Prinzipien einzutreten. Auf diese Weise werden sie der Sache der Koexistenz von Juden und Palästinensern und eines wirklichen Friedens auf die wirkungsvollste Weise dienen.  

Mit freundlichen Grüßen,

Frauen in Schwarz (Wien), www.fraueninschwarz.at
Kritische Jüdische Stimme (Österreich), European Jews for a Just Peace Austria, www.nahostfriede.at
Jüdische Stimme für Gerechten Frieden in Nahost e.V. European Jews for a Just Peace Germany, www.juedische-stimme.de
Boycott! Supporting Palestinian BDS from Within (Israel), www.boycottisrael.info
Steierische Friedensplattform, www.friedensplattform.at
BDS Berlin, www.bds-kampagne.de
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit, www.begegnungszentrum.at
Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative/Dar al Janub , www.dar-al-janub.net
Gerhilde Merz, Sprecherin der Kommission Israel/Palästina in Pax Christi (Österreich)

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Einladung zum Iftar im Dar al Janub

Liebe FreundInnen, UnterstützerInnen und Vereinsmitglieder,

In diesem Jahr beginnt der islamische Fastenmonat Ramadan am Dienstag, den 09. Juli 2013. Dar al Janub lädt - trotz Sommerpause und für alle, die noch in Wien weilen - alle Fastende, aber auch Nicht-Fastende am Freitag, den 12. Juli 2013 ab 20.50 Uhr herzlich zum gemeinsamen Iftar (Fastenbrechen) ins Dar al Janub ein. Wir freuen uns auf dein/Ihr Kommen.

Allen Muslimen einen gesegneten Ramadan!

Wann: Freitag, 12. Juli 2013 ab 20.50
Ort: Dar al Janub - Zentrum Interkultureller Begegnung, Kleistgasse 8, 1030 Wien

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Sommerfest im Dar al Janub

Auch dieses Jahr findet im Dar al Janub das beinahe schon traditionelle interkulturelle Sommerabschlussfest statt, zu dem wir auch heuer alle FreundInnen, Mitglieder und Interessierte recht herzlich einladen möchten.

Vor der diesjährigen Sommerpause, in der das Dar al Janub freitags geschlossen bleibt, gibt dieses Fest die Möglichkeit noch einmal zusammen zu kommen, bei einem kleinen Buffet, Kaffee, Tee und Süßigkeiten einander kennenzulernen, Freundschaften zu schließen, über vergangene und zukünftige Aktivitäten, Projekte und Veranstaltungen zu sprechen oder auch sich über die Arbeit des Vereins zu informieren.

Außerdem können wir uns über eine Vorführung der Dabka Tanzgruppe "Dschudur Filistin" freuen. (Dschudur Filistin auf facebook)

Auf Euer Kommen freut sich
das Team des Dar al Janub

Wann: Freitag, 14. Juni 2013, 18:30 Uhr
Ort: Dar al Janub, Kleistgasse 8/3, 1030 Wien
Eintritt frei

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Die "aparte" Demokratie - Apartheid in Israel?

Während vom europäischen und US-amerikanischen Mainstream, von europäischen Staatsoberhäuptern und europäischen Regierungen Israel als „die einzige Demokratie im Nahen Osten“ gelobt wird, werden vermehrt Stimmen laut, die den israelischen Staat als Apartheidstaat bezeichnen. Militärische Großoffensiven gegen das größte Freiluftgefängnis der Welt Gaza, Verelendung und Abhängigkeit von westlichen Entwicklungsgeldern, expandierende israelische Siedlungen auf palästinensischen Gebieten in der Westbank und eine Mauer, die israelischen Siedlungen vom besetzten palästinensischen Land trennt, sind untrennbar mit der israelischen Regierungspolitik verbunden. Jüngst hatte der weltberühmte britische Physiker Stephen Hawking seine zuvor zugesagte Teilnahme an der Konferenz "Facing Tomorrow" in Israel, dessen Schirmherr der israelische Präsident Schimon Peres ist, abgesagt und sich damit dem akademischen Boykott gegen Israel angeschlossen. Der südafrikanische Erzbischof, Friedensnobelpreisträger und Anti-Apartheid-Aktivist Desmond Tutu, die Journalistin und Globalisierungskritikerin Naomi Klein, der israelische Friedensaktivist Jeff Halper, der israelische Historiker Ilan Pappe, die Friedensnobelpreisträgerin Mairead Maguire, die indische Schriftstellerin und Friedensaktivistin Arundhati Roy, der britische Filmregisseur Ken Loach und viele andere namhafte Persönlichkeiten der globalen Zivilgesellschaft schlossen sich der 2005 initiierten, weltweiten Kampagne BDS (Boycott, Divestment and Sanctions) an.

Wie lässt sich Apartheid definieren? Inwiefern handelt es sich im Falle Israels um einen Apartheidstaat? Gibt es Parallelen zur Apartheid in Südafrika?

Anthony Löwstedt, Professor für Media Communication an der Webster University in Wien widmete sich in seinen Arbeiten seit Jahren den historischen und zeitgenössischen Apartheid-Regimen und analysiert in seinem Vortrag die Situation in Israel/Palästina.

Wann: Donnerstag, 6. Juni 2013, 18.30 Uhr
Wo: Dar al Janub – Zentrum Interkultureller Begegnung, Kleistgasse 8/3, 1030 Wien

Eintritt frei

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Refugees - Thanks for coming

Wien im Februar 2013

Wir danken Euch, dass Ihr nach Österreich/ Europa gekommen seid und FRONTEX entkommen seid.

Wir sind beschämt, dass die Polizei zu unserem Schutz und zu Eurer Verfolgung dient.

Wir danken Euch, dass Ihr uns zeigt, dass Menschenrechte in Österreich/Europa nur für die gelten, die den richtigen Pass mit der richtigen Hautfarbe haben.

Wir sind beschämt, dass Ihr nicht wie wir über die Straße gehen könnt, ohne verhaftet zu werden, und das wir jede Arbeit annehmen dürfen und Ihr keine.

Wir danken Euch, für die Formulierung Eurer Forderungen, die uns mit dem realen Rassismus der Straße und der Institutionen konfrontieren.

Wir sind beschämt, dass man Eure politischen Forderungen im schlechtesten Fall als „irrealistisch“ abtut und im besten Fall als humanitäre Probleme abwickeln will.

Wir danken Euch für den Protest, aus dem Wut, Trauer, aber auch Würde derer spricht, die den weiten Weg nach Österreich/Europa nicht geschafft haben, weil sie im Mittelmeer ertrunken sind.

Wir sind beschämt, dass Ihr uns sagen müsst, dass Ihr keine Babys seid (Zitat Khan Adalat), weil man Euch in der kolonialen Tradition der Habsburger abspricht, politisch zu denken und selbstbestimmt zu handeln.

Wir danken Euch, dass Ihr den nationalen Schulterschluss der politischen Parteien offengelegt habt; von rechts („Herabwürdigung religiöser Lehren und Religionsausübung“) bis links („es geht um menschengerechte Verwahrung“).

Wir sind beschämt über die Verantwortlichen aus Politik, der Kirche und den NGOs, wie sie in einem widerwärtigen Paternalismus das Wort „für Euch“ ergreifen, als sei Eure Stimme zu unterentwickelt.

Wir danken Euch, den Menschen aus der Basis der Kirche, den Ordensmännern- und Frauen, und den vielen anderen, die zeigen, dass Glaube und Religion kein Ritual ist, sondern Nächstenliebe in der Praxis.

Wir sind beschämt, dass in dem Haus Gottes Menschen in Kälte und Dunkelheit auf ihre Abschiebung warten müssen und durch einen Wachdienst von uns isoliert werden.

Wir danken den AktivistInnen aus den Parteien und NGOs die sich nicht blenden lassen, von dem rassistischen und menschenverachtenden Normalzustand, den diese Institutionen abwickeln.

Wir sind beschämt, dass mutige Menschen aus der Zivilgesellschaft, die Laptops und andere Kommunikationsmittel und –medien organisiert haben, ihre Zeit bei den Flüchtlingen verbringen und in Bescheidenheit sich den Forderungen der Flüchtlinge angeschlossen haben, als „StörerInnen“ diffamiert werden.

Wir danken Euch, dass Ihr gekommen seid. Lasst uns nicht alleine. Subhan’Allah.



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Refugees - Thanks for coming

We thank you for coming to Austria/Europe and for escaping FRONTEX.

We are ashamed that the police claims to protect us whilst in fact persecuting you.

We thank you for demonstrating that human rights in Austria/Europe only apply to those with the right passport and skincolour.

We are ashamed that we can cross the streets without being arrested and accept any job offered whilst you can’t!

We thank you for the verbalisation of your demands, which uncover the existing racism on the streets and in the institutions.

We are ashamed that your political demands are called *unrealistic* in the worst and *humanitarian issues* in the luckiest case.

We thank you for angry, sad, yet dignified protest which also represents those who didn’t manage to reach Austrian/European shores, because they drowned in the ocean.

We are ashamed you have to tell us that you are no babies (quote Khan Adalat), because the colonial tradition of the Habsburgs’ won’t acknowledge your ability to autonomously think and act politically.

We thank you for uncovering the closing of ranks by the national political parties; from the right-wing (decrying of religious teachings and exercise of religion) to the left (it’s all about humane custody!)

We are ashamed of the representatives of politics, church and the NGOs rising to speak *for you* as if your own voices were runt.

We thank you, the grassroots people of the church, the nuns, believers and those many more, who prove that faith and religion are no empty rituals but charity put into practice!

We are ashamed that people have to await their deportation in the Lord’s House, locked into the darkness and cold, isolated from us, their friends, by security guards.

We thank the activists of the parties and NGOs who are not blinded by the the racist and inhuman conditions of the institutions involved.

We are ashamed that those brave people of the Civil Society, who provide means of communication, spend their time with the refugees and who have always encouraged their demands, are defamed as disruptive elements.

We thank you for coming here! Don’t leave us! Subhan’ Allah!

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Einladung zur Buchlesung

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

wir laden herzlich zur Buchlesung am Dienstag, den 04. Dez. 2012 ein:

Dr. Iman Mahran - "Jerusalemer Folklore zwischen Wahrung und Judaisierung"
Die Buchlesung findet in arabischer Sprache statt und wird mit einer Übersetzung begleitet.

Dienstag, den 04. Dez. 2012
18:00 Uhr
Odeon Theater, Taborstrasse 10, 1020 Wien.

Trotz der kurzfristigen Einladung würden wir uns sehr freuen Sie herzlich willkommen heißen.

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Live-Bericht aus Gaza und Birzeit

Seit Beginn des israelischen Militärangriffe wurden mehr als hundert PalästinenserInnen durch Angriffe der israelischen Luftwaffe getötet und Tausende verletzt. In Israel wurden bislang fünf Tote beklagt. Seit fünf Jahren wird der Gazastreifen als größtes Freiluftgefängnis der Welt von der Besatzungsmacht Israel unter Blockade gehalten. Die humanitäre Situation ist auch ohne die ständigen Bombardements katastrophal, wie jüngst der Chef der UNRWA, Filippo Grandi vor wenigen Tagen in seinem Bericht über die Lage vor der UN-Generalversammlung bestätigte.

In einer Live-Zuschaltung sprechen wir mit Nissma G. und Maysara A. aus Gaza über die Situation vor Ort, in einem Telefon-Interview mit Dr. Helga Baumgarten (Politikwissenschafterin Universität Bir Zeit) sprechen wir über die politische Einschätzung der jüngsten Angriffe und Perspektiven des Waffenstillstands.

Wann: Freitag, 30. November 2012, 19:00 Uhr
Wo: Dar al Janub - Zentrum Interkultureller Begegnung, Kleistgasse 8/3, 1030 Wien

Eintritt frei

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Antimilitaristischer Stadtspaziergang am 26.10.2012

Staatsfeiertag

Haben Sie Probleme…


… am 26.10.2012?

Falls der Anblick eines Panzers am Heldenplatz bei Ihnen Beklemmungen hervorruft, und selbst die Kinder mit Zuckerwatte im Mund und Ö3 im Ohr nicht darüber hinwegtäuschen können, dass auf diesem Platz, bei dieser nationale Feier ein wenig etwas schief läuft,

Falls dieses Spektakel für Sie vielleicht eine zu unreflektierte Auseinandersetzung mit Krieg und Kriegsgerät ist, weil Österreicher_Innen in Kriegen damals und Nato-Missionen heute, nie wirklich Perspektiven für Menschen schufen,

Falls Sie sich auch durch bewaffnete österreichische Soldat_Innen nicht beschützt fühlen und der Fahnenschwur dieser Armee zu laut, zu männlich und einfach zu lächerlich ist,
dann können wir Abhilfe schaffen.

Falls Sie schon immer mal mit ihrem Kinderwagen ein auf dem Gehweg geparktes Auto rammen wollten,

Falls Sie einen rassistischen Spruch auf einer Hauswand übermalen wollen,

Falls Sie mit ein paar Freund_Innen eine andere Vision von Nationalität entwickeln wollen, weil Sie auch Bekanntschaften haben, die zu den 50% Mitbürger_Innen Wiens gehören, die man als „Menschen mit Migrationshintergrund“ tituliert,

dann kommen Sie mit uns und verschwenden Ihre Zeit.

100% nicht angemeldet

100% antimilitaristisch

100% kein Ö3

Wir spazieren am 26.10.2012 vom U-Bahnhof U3 Simmering durch den 11. Und 3. Bezirk um dort den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen ausklingen zu lassen.

Treffpunkt: 13:00 Uhr U3 Simmering

Ab 18.30 Uhr gibt es außerdem im Dar al Janub – Zentrum Interkultureller Begegnung anlässlich des islamischen Opferfests ein kleines gemeinsames Abendessen. Auch dazu laden wir alle herzlich ein.

Bei Fragen und Anregungen fragen Sie ihre/n lokale/n Antikriegsaktivisten/ in oder einfach Dar al Janub.

Es gibt nichts Gutes außer man tut es.

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Stellungnahme arabischer und solidarischer Vereine in Österreich zu den Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Festival “Salam Orient”


Fünf Künstler/innen aus dem Arabischen Raum gaben am Anfang dieser Woche die Absage ihrer Teilnahme am Festival „Salam Orient“ bekannt. Grund dafür ist das Aufscheinen des Logos der israelischen Botschaft unter den Sponsoren des Festivals. Dies verstieße gegen ihre Überzeugung, so die Künstler/innen, da sie es ablehnen würden, im Rahmen eines Musikfestivals dafür instrumentalisiert zu werden, das Bild eines Apartheid-Staates reinzuwaschen.
Der Vortrag von Dr. Sabah al Nassari, der das Festival eröffnen sollte, musste auf Wunsch des Redners aus dem Festivalprogramm ausgegliedert werden.
Diese Haltung der arabischen Teilnehmer/innen fand im Einklang mit dem arabischen gesellschaftlichen Konsens im In- und Ausland statt.
24 arabische und solidarische Vereine in Österreich geben folgende Stellungnahme an die Festivalorganisatoren, österreichische Sponsoren sowie an die Öffentlichkeit ab.


Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Besorgnis und Bedauern mussten wir die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Festival „Salam Orient“ zur Kenntnis nehmen.

Wir bedauern, dass ein Festival, das in Österreich eine einzigartige Möglichkeit bietet, musikalische Künste aus dem „Orient“ frei von den hiesigen Vorurteilen kennenzulernen, zu einem Gegenstand einer politischen Debatte werden musste.

Angesicht des bestehenden Konflikts im Nahen Osten und der keineswegs friedlichen israelischen Politik kann von einem arabischen Gesichtspunkt das erstmalige Aufscheinen der israelischen Botschaft unter den Förderern nicht als positiver Beitrag zum Frieden und Völkerverständigung verstanden werden. Vielmehr ist es naheliegend, dass die Kooperation mit der israelischen Botschaft von Seiten des arabischen Publikums in Österreich und in der arabischen Welt als eine Provokation aufgefasst werden könnte, die bestenfalls als mangelnde Sensibilität der Organisatoren interpretiert wird.

Die Palästina-Frage bildet nach wie vor ein zentrales Thema in der arabischen und islamischen Region, ohne deren Lösung kein nachhaltiger Frieden möglich ist. In der arabischen Gesellschaft ist es daher Konsens, dass ohne gerechte Lösung dieser Frage keine Normalisierung der Beziehungen in der Region möglich ist.

Das Auferlegen einer offiziellen israelischen Beteiligung verstößt nicht nur gegen die persönlichen Überzeugungen dieser sozial und politisch engagierten Künstler/innen, sondern schadet auch ihrer Karriere. Alle beteuerten, dass sie von der offiziellen israelischen Beteiligung nichts gewusst hatten.

Wir bedauern sehr, dass durch diese unbedachte Handlung die arabischen Künstler/innen gezwungen waren, ihre Teilnahme abzusagen. Zugleich möchten wir unser Verständnis für diesen Schritt zum Ausdruck bringen. Diese Absagen fanden im Einklang mit dem arabischen gesellschaftlichen Konsens im In- und Ausland statt.

Wir begrüßen es grundsätzlich sehr, dass es ein Festival wie „Salam Orient“ in Österreich gibt und hoffen, dass es noch viele Jahre weiterbestehen wird. Wir würden uns auch über eine engere Zusammenarbeit zwischen den Organisatoren des Festivals und arabischen Vereinen in Österreich freuen, zu der wir gerne einen Beitrag leisten möchten. Vor diesem Hintergrund und im Sinne eines gesunden pluralistischen Kulturlebens in Österreich hoffen wir, dass in Zukunft die politischen Sensibilitäten in Bezug auf Nahostthemen stärkere Berücksichtigung finden, als das in diesem Jahr bedauerlicherweise der Fall war.

Ägyptischer Club
Arab Organisation for Human Rights
Arabische Kulturliga
Eunus – Für Freiheit, Würde, Gerechtigkeit und Menschlichkeit in Syrien
Frauen in Schwarz -Wien
Generalunion der Ägypter in Österreich
Generalunion Palästinensischer Studenten (GUPS)
Irakische Gemeinde in Österreich
Kampagne „Gaza Muss Leben“
Koordinationsforum zur Unterstützung Palästina
Österreichisch-Arabische Ärzte Vereinigung
Österreichisch Arabische Union
Österreichisch-Arabisches Kulturzentrum (OKAZ)
Österreichs Koordination zur Unterstützung der Syrischen Revolution
Palästina-Verein Graz
Palästinensische Ärzte- und Apothekerverein Österreichs (PAAV)
Palästinensische Gemeinde Graz
Palästinensische Gemeinde Wien
Sudanesische Aktivist/Innen-Wien
Tunesisches Haus in Österreich
Union of Syrians Abroad, Vienna
Verband der syrischen Gemeinden in Österreich
Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative/Dar al Janub
Verein für Arabischer Frauen

Nähere Informationen zu dem Festival und Stellungnahme von Salam.Orient unter: www.salam-orient.at/

 

 

 

 

Konzert: "Songs of Jerusalem"

Oud und Vocal: Mustafa al Kurd

Schlagzeug: Zafer Tawil

Samstag, 2. Juni 2012, 19 Uhr im Festsaal der Diplomatischen Akademie

Eintritt: 5,- Euro (Karten im Vorverkauf bis 31.05.2012 und bei den Veranstaltern erhältlich)

Veranstalter: Österreichische Orient-Gesellschaft Hammer-Purgstall, Verein Palästinensischer Ingenieure, Palästinensisch-Österreichische Gesellschaft, Afro-Asiatisches Institut Wien, Dar al Janub - Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative

 

 

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Moving People

 

Mit dem neuen Veranstaltungsformat "Moving People" unternimmt der Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative den Versuch, Personen und Persönlichkeiten zu portraitieren, die abseits des Rampenlichts der medialen Öffentlichkeit stehen und ihre persönliche Geschichte erzählen zu lassen. Diesmal zu Gast: MMag. Peter Melvyn.

Peter Melvyn wurde 1921 in Wien geboren, überstand die Reichspogrom-Nacht und flüchtete 1939 nach England. Als britischer Soldat kehrte er zurück, seine Mutter und sein jüngerer Bruder überlebten Auschwitz nicht. Peter Melvyn erlebte die Besatzungszeit und ging für eine kurze Zeit in das eben erst gegründete Israel. In einem Kibbuz erlebt er den zionistischen Rassismus gegenüber "schwarzen Juden" und "den Arabern". Über weitere Stationen - Marokko, Kanada, Frankreich - kehrte er schließlich nach Wien zurück, trat für ein paar Jahre der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien bei und ist bis heute einer der engagiertesten Aktivisten bei der "Kritische Jüdische Stimme Österreichs".

(Weiterlesen...)

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Globaler Marsch nach Jerusalem

Am 30. März 2012 werden wir, von allen Kontinenten kommend, uns an der palästinensischen Grenze mit Jordanien, Ägypten, Syrien und dem Libanon einfinden und uns zu einem friedlichen Marsch nach Jerusalem vereinigen.

Indem wir uns am Globalen Marsch nach Jerusalem beteiligen, treten wir ein für das Recht auf gemeinsame Selbstbestimmung der Bevölkerung und aller Religionsgemeinschaften in Jerusalem. Wir treten ein für das Recht auf Rückkehr aller Vertriebenen und ihrer Nachkommen – denn auf der Basis von Apartheid und Vertreibung ist weder Demokratie noch Selbstbestimmung möglich.

Details, UnterstützerInnen und Infos unter www.jerusalem-marsch.de


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Erster Kurzbericht zum Symposium "Remapping Palestine"

 

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MMag. Peter Melvyn von der "Kritische Jüdische Stimme" (Österreich)/ (Netzwerk "European Jews for a Just Peace in the near East") an "Johnny Reckless" zu seiner Kritik am Symposium "Remapping Palestine", erschienen in der jüngsten Ausgabe der ÖH-Zeitung "unique" unter dem Titel "Remapping Antisemitsm"

An Herrn Johnny Reckless!


Ihr Pseudonym entspricht völlig dem Inhalt Ihres Schreibens in "Unique". Warum verbergen Sie Ihre Identität? Dass alles, was israelkritisch ist als "antisemitisch" bezeichnet wird, ist ja bekannt. Dass Sie daher zwischen Judentum, Antisemitismus und Kritik an dem Staat Israel nicht zu unterscheiden wissen - oder nicht wollen - ist nicht weiter erstaunlich. (...weiterlesen)

 

Herbst/Winter-Programm des Dar al Janub: Antifaschistische Filmwochen

 

Filmwochen im Dar al Janub: Antifaschismus im Film

18. November 2011 bis 13. Januar 2012, jeweils um 18:30 Uhr

  • Rom, offene Stadt - Roberto Rossellini, Italien 1945
    Datum: 18.11.2011, Dar al Janub

    Geschildert werden die Aktivitäten einer römischen Widerstandsgruppe während des Zweiten Weltkrieges. Ihre Mitglieder geraten dabei ins Visier der Gestapo und werden wenig später gefasst, die Verlobte eines Mitglieds dabei auf offener Straße getötet. Der Widerstand befreit zwei von ihnen, eine enttäuschte Liebhaberin verrät sie jedoch erneut. Ein ranghoher Führer der Gruppe kommt bei den anschließenden Folterungen ums Leben, ein Priester wird hingerichtet.


  • Sie nannten ihn Amigo - Heiner Carow, DDR 1959
    Datum: 25.11.2011, Dar al Janub


    Der Film schildert die Erlebnisse des 15jährigen Jungen Rainer Meister, dessen Spitzname Amigo lautet, in Berlin im Jahr 1939. Amigo findet in einem Hinterhofkeller den aus einem Konzentrationslager entflohenen politischen Häftling Peter Grosse. Amigo hilft Pepp, obwohl er aufgrund der kommunistischen Einstellung seiner Eltern und einer vorherigen Verhaftung seines Vaters weiß, in welche Gefahr er sich damit begibt. Sein Bruder Horst Meister, "Hotta" und dessen Freund Axel Sinewski, "Sine" erfahren von Pepp und dessen Unterstützung durch Amigo, schweigen jedoch zunächst aufgrund von dessen Drängen. Sine erzählt jedoch später seinem Vater von Amigos Hilfe für den flüchtigen Häftling. Der Vater gibt dies an die entsprechenden Behörden weiter. Amigo stellt sich, um seinen Vater und Pepp zu retten, und wird daraufhin verhaftet und selbst in einem Konzentrationslager eingesperrt. Dennoch wird sein Vater von der Gestapo festgenommen und zwei Jahre später in Plötzensee hingerichtet.


  • Ein Menschenschicksal - Sergej Bondartschuk, UDSSR 1959
    Datum: 02.12.2011, Dar al Janub


    Nach dem Beginn des Angriffs Deutschlands auf die Sowjetunion muss der Zimmermann Andrej Sokolow Abschied von seiner Familie nehmen. Er wird in den ersten Kriegsmonaten verwundet und gerät in Gefangenschaft. Er überlebt zwei Jahre Konzentrationslager und kann schließlich mit Geheimpapieren hinter die Frontlinie fliehen, die er an die Rote Armee aushändigt. In einem kurzen Heimaturlaub muss er feststellen, dass seine Frau und die beiden Töchter bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen sind. Nur sein Sohn, inzwischen ein junger Offizier, ist ihm geblieben. Wieder an die Front zurückgekehrt, erhält er am letzten Kriegstag die Nachricht, dass sein Sohn gefallen ist. Als er nach dem Krieg einsam und allein an einem fremden Ort arbeitet, lernt er den kleinen Waisenjungen Wanja kennen, dessen Mutter tot und dessen Vater gefallen ist. Sokolow gibt sich als sein Vater aus, um dem Jungen und sich selbst eine Perspektive zu geben.


  • Edelweispiraten - Niko von Glasow, BRD 2004
    Datum: 09.12.2011, Dar al Janub


    Im Kölner Stadtteil Ehrenfeld lebt eine Gruppe von Arbeiterkindern kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs ihren ganz eigenen Alltag. Die selbsternannten „Edelweißpiraten“ träumen von einer gerechten Welt und sehnen sich nach der unbeschwerten Vergangenheit. Sie rebellieren gegen das Naziregime. Einer von ihnen ist Karl, der sich in die etwas ältere Cilly verliebt hat. Cilly hat zwei Kinder mit Karls älterem Bruder, der im Krieg gefallen ist. Peter, Karls jüngerer Bruder, ist Mitglied der Hitlerjugend, doch als der Vater der Brüder im Krieg fällt, wendet er sich von der Gemeinschaft ab und tritt den Edelweißpiraten bei. Sie lernen den KZ-Häftling Hans Steinbrück kennen und bringen ihn bei Cilly unter. Mit Hans leisten sie verstärkt Widerstand gegen die Nazis, indem sie Juden verstecken und Waffen organisieren.


  • Der unsichbare Aufstand - Constantin Costa Gavras, Frankreich, Italien, BRD 1972
    Datum: 13.01.2012, Dar al Janub


    Der Film beginnt mit der Auffindung eines verdächtigen geparkten PKWs in einem großstädtischen Randgebiet. Im Fond des Fahrzeugs findet die Polizei unter der Rückbank die Leiche des gesuchten „Entwicklungshelfers“ Philip Michael Santore, der eine Woche zuvor zusammen mit einem ausländischen Diplomaten von Stadtguerillas entführt wurde. Die Regierung ordnet ein Staatsbegräbnis an, das im staatlichen Fernsehen übertragen wird. Danach werden die Ereignisse, die zur Ermordung des Mannes führten, in Rückblenden dargestellt. Neben dem vermeintlichen Entwicklungshelfer, der beim Kidnapping durch einen Schuss verletzt wird, entführen die Tupamaros einen brasilianischen Konsul sowie einen – kurz darauf wieder frei gelassenen – Sekretär der US-amerikanischen Botschaft. Santore und der Konsul werden in ein geheimes Versteck im Keller eines Wohnhauses gebracht. Dort halten die maskierten Entführer sie gefangen und vernehmen sie in den folgenden Tagen zu ihren Tätigkeiten. In einem Ultimatum wird die Freilassung von politischen Gefangenen für das Leben und die Freiheit der Geiseln gefordert.

    Eintritt frei*

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» Fotogalerie Remapping Palestine

 

 

Infofeld: Kontroverse im Vorfeld zum Symposium "Remapping Palestine"

Stellungnahme des Vereins zur Kritik am Symposium "Remapping Palestine", veröffentlicht in der Wiener Zeitung, Printausgabe 25.08.2011

Remapping Palestine - comment to criticism published in the Wiener Zeitung, print edition 25.8.2011, page 8, online edition 24.8.2011 - English version

Weicht die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit dem politischen Druck? - Offener Brief an Dr. Hartmeyer, Leiter der Abteilung "Förderung Zivilgesellschaft" der Austrian Development Agency, 19.09.2011

Did the Austrian Development Agency yield to political pressure? Open Letter to Dr. Hartmeyer, Department Head Funding/Civil Society

APA-Aussendung 19.09.2011

press release 20.09.2011

Stellungnahme des Vereins zur OTS-Aussendung der Österreichischen HochschülerInnenschaft vom 14.10.2011

 

Remapping Palestine - English version

Symposium: Remapping Palestine - Historische und Geographische Entwicklungen, aktuelle Implikationen und Perspektiven im Nahost-Konflikt

Podiumsdiskussionen, Workshops, Vorträge, Ausstellung, Konzert

19. bis 21. Oktober 2011

Eröffnung: 19. Oktober 2011, 18 Uhr

ReferentInnen unter anderen:

Joseph Massad - Dozent an der New Yorker Columbia University für "Modern Arab Politics and Intellectual History", USA

Salman Abu Sitta - Gründer und Präsident der Palestine Land Society, Großbritannien


Ilan Pappé - Israelischer Historiker, Autor und Professor an der Universität Exeter, Großbritannien

Viktoria Waltz - ehemalige Dozentin an der Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund und ehemalige Regierungsberaterin des palästinensischen Wohnbauministeriums in Gaza und Ramallah, Deutschland

Ali Hweidi - Journalist, Generalsekretär der palästinensischen NGO „Thabit“, Libanon

Annette Groth - deutsche Bundestagsabgeordnete "DIE LINKE", Mitglied im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe und im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, stellvertretendes Mitglied im Auswärtigem Ausschuss und im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union.

Umar al-Ghubari - Aktivist der israelischen NGO "Zochrot", Israel


Als sich vor über 60 Jahren im Schatten der Nachkriegszeit eine der größten Flüchtlingstragödien der Gegenwartsgeschichte ereignete, erarbeitete die neu gegründete UNO, nicht zuletzt als Konsequenz aus den Verbrechen des Nationalsozialismus und den mörderischen Folgen des 2.Weltkriegs die Charta der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Zur gleichen Zeit aber wurden eben diese Rechte im ehemals britisch-kolonialen Protektorat Palästina tausendfach ignoriert, verletzt und gebrochen.

Seit über 60 Jahren ringen PalästinenserInnen seither zunächst für das Selbstverständlichste: die Anerkennung ihrer Existenz, die Anerkennung des an ihnen begangenen Unrechts und die Anerkennung ihrer Rechte (...weiterlesen)

Eintritt frei

Details zum Programm »




gefördert durch/unterstützt von


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Bilder vom Sommerfest im Dar al Janub, 17.06.2011

Auch dieses Jahr fand im Dar al Janub das schon traditionell gewordene Sommerabschlussfest statt. Vor der diesjährigen Sommerpause, in der das Dar al Janub freitags geschlossen bleibt, gab dieses Fest die Möglichkeit noch einmal zusammen zu kommen, bei einem Buffet einander kennenzulernen, Freundschaften zu schließen, über vergangene und zukünftige Aktivitäten und Veranstaltungen zu sprechen oder auch sich über die Arbeit des Vereins zu informieren.

Wir wissen nur zu gut, dass unsere Freiheit unvollständig ohne die Freiheit der PalästinenserInnen ist (Nelson Mandela)

Sticker, 10,5 cm x14,8 cm, erhältlich im Dar al Janub

 


Gaza 2010
Gaza 2010 - Reports, expertises, analysis (English Version)

Kurzer Veranstaltungsbericht

Am Samstag, 16. Jänner 2010 fand im Albert-Schweitzer-Haus in Wien die Diskussions- und Informationsveranstaltung " Gaza 2010 - Berichte, Expertisen, Einschätzungen: Ein Jahr nach den Angriffen auf Gaza" statt. Etwa 150 bis 200 Personen besuchten den Diskussionsabend, ...(mehr»)

Fotos der Veranstaltung "Gaza 2010 - Berichte, Einschätzungen, Expertisen: Ein Jahr nach dem israelischen Angriff auf den Gazastreifen"


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Podiumsdiskussion
Datum: 16. Januar 2010, 17 Uhr
Veranstaltungsort: Albert-Schweitzer-Haus, Großer Saal, Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien

Gäste am Podium:

Prof. Dr. Helga Baumgarten - Autorin, Politologin, Universität Birzeit/Ramallah (Palästina)

Mag. Hadil Ghazzawi - palästinensische Ernährungswissenschaftlerin, zur Versorgungssituation der Menschen im Gazastreifen

Erwin Lanc - Bundesminister a.D., Ehrenpräsident des International Institute for Peace, Wien. "Völkerrechtliche Aspekte des israelischen Angriffs auf Gaza"

MSP Pauline McNeill - Abgeordnete des Schottischen Parlaments, Mitglied der Delegation nach Gaza

Dr.med. Muneer Deeb - PalMed Deutschland, Oberarzt der Klinik für Allgemein,- Viszeral- u. Thoraxchirurgie im Klinikum Kassel, operierte während der Angriffe in Gaza

Liveschaltungen, Interviews und Videoleitung aus dem Gazastreifen und der Westbank - u.a. mit Dr. Maryam Saleh - Abgeordnete zum Palästinensischen Legislativrat

Programm:
17:00h - Eröffnung der Veranstaltung und Begrüßung
- Vortrag Hadeel Ghazzawi: "Die Ernährungssituation im Gazastreifen"
- Vortrag und Erfahrungsbericht Dr. Muneer Deeb: "Die Situation in den Krankenhäusern in Gaza zur Zeit der Angriffe vor einem Jahr und heute, nach Jahren der Blockade"

19:00h - 19:30h - Pause
19:30h - Kultureller Beitrag: Arabische Oud-Musik

19:45h - Vorträge, Liveschaltungen, Podiumsdiskussion u.a. mit Erwin Lanc, Helga Baumgarten, Liveschaltungen, Interviews und Videobotschaften aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland (u.a. mit Maryam Saleh – Abgeordnete zum Palästinensischen Legislativrat)
21:30h - Buffet mit arabischen und palästinensischen Speisen

Veranstalter:
Dar al Janub - Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative
Koordinationsforum zur Unterstützung Palästinas

in Kooperation mit der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen

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„We are Nablus“

Das Projekt “The Palestinian Women Economic & Cultural Empowerment's project in the Governorate of Nablus” stellt sich vor. (mehr...)

Gefördert und unterstützt wird das Projekt vom OPEC Fund for International Development (OFID)
OFID Logo

Konferenz

"Reclaiming Palestine: Empowering the Marginalized - The Social and Economical Reconstruction of  Palestinian Society under Foreign Occupation"

7. bis 9. November 2014l

Vortragende/Gäste/PodiumsteilnehmerInnen/Workshop-Leiter/Moderation:


- Nadia Abu Zahar (An-Najah National University, Palestine)
- Abdull Jabar Khalili (An-Najah National University, Palestine)
- Adnan Odeh (SCCS, Projektleiter)
- Helga Baumgarten (Birzeit University, Palestine)
- Muzan Shoqa (Nablus, Palestine)
- Oliver Hashemizadeh (Dar al Janub, Wien)


Konferenzprogramm:


7. November:
Begrüßung
Vortrag: „Devided Palestine“ – Überblick über die soziopolitischen und sozioökonomischen Folgen des „Osloer Friedensabkommen“
Podiumsdiskussion: Thema „Devided Palestine“
Dabka und Buffet


8. November:
„Reconstruction of Palestinian Society“ – Soziale, kulturelle und ökonomische Probleme in Folge des Osloer Prozesses; Problematik der NGOisierung und westlicher Development-Industry
“Economy under Occupation and Apartheid” – Erosion der palästinensischen Wirtschaft durch den Osloer Prozess; politische, ökonomische und kulturelle Einflussnahmen durch „Entwicklungshilfsprogramme“
„Focus Nablus“ – die soziale und ökonomische Situation der Altstadtbevölkerung von Nablus als Bespiel für die Situation in „C-Gebieten“; Vorstellung vom Projekt „We are Nablus“


9. November:
Workshop: „Koloniale Kontinuität in aktuellen „Entwicklungsprogrammen“ erkennen und herausarbeiten
Interner Austausch: „Privatissimum“ (informeller Charakter, beschränkte TeilnehmerInnen-Zahl, nur mit Voranmeldung)
Dabka und Performance
Durchgehend: Ausstellung und Verkauf von palästinensischer Handwerkskunst

Kooperation: AAI

 

 

 

 

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Stop Apartheid - Boycott Israel

Boycott Israel!
bis zum Ende von Besatzung, Kolonialismus, ethnischen Säuberungen und Apartheid

Über 100 Jahre nach den ersten zionistischen Kolonialisierungen, über 60 Jahre nach den Vertreibungen und Zerstörungen während der Nakba und den ersten Jahrzehnten des neuen israelischen Staats, und fast 50 Jahre nach der vollkommenen Übernahme Palästinas durch ein permanentes Besatzungsrecht, sind einerseits die Palästinenserinnen und Palästinenser von ihren völkerrechtlich verbrieften Grundrechten weiter entfernt als je zuvor, andererseits durch Israel und die internationale Staatengemeinschaft in politische und soziale Gruppen aufgeteilt, deren Mehrheit kaum noch Teil irgendwelcher Friedenslösungen oder -verhandlungen sind.

Anders ausgedrückt: Würde heute ein Ende der Besatzung über der Westbank und Al-Quds, sowie ein Ende der Belagerung des Gazastreifens von Israel im Zuge einer Einigung umgesetzt werden, würde dies noch lange nicht die reale Lebenssituation der meisten PalästinenserInnen ändern. In den Verhandlungen über ein mögliches Ende der Besatzung wird seit dem Osloer Prozess das individuelle Recht der vertriebenen und/oder geflüchteten PalästinenserInnen auf ihre Rückkehr ignoriert und verwehrt. Der Grund: Weil sie keine Jüdinnen und Juden sind. Ein Ende der Besatzung würde zudem nicht automatisch die rassistischen Sondergesetze gegen die palästinensischen StaatsbürgerInnen Israels aufheben. Ihre Ansprüche auf während der Nakba verlorenes Eigentum, ihre Zugangsmöglichkeiten zu Einrichtungen des israelischen Staats usw. sind limitiert oder werden zur Gänze verwehrt. Der Grund: Weil sie keine Jüdinnen und Juden sind. Zwangsumsiedlungen von halbnomadisch lebenden PalästinenserInnen mit israelischem Pass können nur mit staatlich organisiertem Rassismus, also einem Regime der Apartheid durchgeführt werden. Zusätzlich sind die heutigen Kolonisierungsprojekte in den besetzten Gebieten, die Siedlungen, nicht mehr Verhandlungsgegenstand einer Friedenslösung. Sie sind mit ihren Universitäten und Industriezonen Teil der an den Weltmarkt angebunden israelischen Wirtschaft, inklusive ihrer wenigen palästinensischen Billigarbeitskräfte.

Aus dieser Zerteilung individueller Grundrechte (IHL) und deren Ignorierung in allen bisherigen Friedensverhandlungen der letzten Jahrzehnte, bei gleichzeitiger fortschreitender Kolonialisierung arabischen Landes, extremer Gewaltanwendung gegen die palästinensische Zivilbevölkerung und Isolierung von ihrer regionalen und internationalen Umgebung, hat 2005 die palästinensische Zivilbevölkerung zum Boykott, Investionsentzug (Desinvestment) und Sanktionen gegen Israel ausgerufen, der von allen maßgeblichen palästinensischen Parteien, NGOs, Flüchtlingsorganisationen und Initiativen unterstützt wird.

Gewaltlose Strafmaßnahmen müssen solange aufrechterhalten bleiben, bis Israel seiner Verpflichtung nachkommt, den PalästinenserInnen das unveräußerliche Recht der Selbstbestimmung zugesteht und zur Gänze den Maßstäben internationalen Rechts entspricht:

1) Beendigung der Besetzung und Kolonisation allen arabischen Landes und der Abriss der Mauer

2) Völlige Gleichheit und Anerkennung von Grundrechten der arabisch-palästinensischen BürgerInnen Israels

3) Der Respekt, Schutz und die Förderung der Rechte der palästinensischen Flüchtlinge zur Rückkehr, in ihre Heimat und zu ihrem Eigentum, wie es in der UN Resolution 194 vereinbart wurde

Nelson Mandela warnte in seinem Kampf um die Würde der südafrikanischen Bevölkerung vor der kolonialen Logik der Symmetrie und Gleichheit von Opfern und Tätern, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, wenn die Unterdrücker erstmals ihre ausweglose Lage erkannt haben. Dieser Logik der indirekten Delegitimierung und „höflichen Zensur“stellt sich BDS entgegen, indem sie einem umfassenden Boykott auf ökonomischer, akademischer und kultureller Ebene fordert, der sich gegen all jene Firmen, Universitäten, Forschungsprojekte und Kunstproduktionen wendet, die zur Lage der PalästinenserInnen schweigen, die die israelische Politik der Verwehrung der palästinensischen Grundrechte unterstützen, rechtfertigen oder schönfärben. ForscherInnen oder Kulturschaffende, sowie Firmen können ihren Anteil an Rassismus, Apartheid und Besatzung nicht „ausgleichen“, indem sie gleichzeitig Projekte mit PalästinenserInnen oder in den besetzten Gebieten verfolgen.

Zu diesem Thema diskutieren AktivistInnen und ExpertInnen, die sich mit den Anliegen der palästinensischen Bevölkerung solidarisiert haben und im Konkreten den Boykottaufruf durch Öffentlichkeitsarbeit unterstützen.

Podiumsdiskussion mit

# Ronnie Barkan, Tel Aviv-Jaffa - von Boycott from Within

# Birgit Althaler, Basel - von BDS Schweiz

# Rafeef Ziadah, London - Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel (PACBI) - angefragt

Wann: Mittwoch, 21.05.2014, 18 Uhr
Wo: Dar al Janub - Zentrum Interkultureller Begegnung, Kleistgasse 8/3, 1030 Wien

Weitere Infos und Details zur Veranstaltung und zu BDS Austria in wenigen Wochen unter www.bds-info.at

 

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Veranstaltungshinweis:

AAI Wien

Schwerpunkttage "Legt die Waffen nieder" im AAI: Veranstaltungstipps für den 17.3. und 18.3.2014

Montag, 17. März, 19 Uhr, AAI-Wien, Großer Saal

Kinder in Palästina Kinderzeichnungen aus dem palästinensischen Rehabilitationszentrum für Folteropfer (TRC) in Ramallah – Ein friedenspolitisches Projekt Kuratorin und Einführung: Karin Nebauer Die Ausstellung "Kinder in Palästina" zeigt Kinderzeichnungen und Fotos aus den Sommercamps des palästinensischen Treatment and Rehabilitation Center for Victims of Torture (TRC) in Ramallah. Dort können 6 bis 15-jährige Kinder aus Flüchtlingslagern, die infolge erlebter Gewalt an Posttraumatischem Stress, Angst- und Verhaltensstörungen leiden, drei Wochen mit Spiel, Therapie und Unterricht verbringen und erleben, dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein sind. Da Palästinenser unter dem Besatzungsregime ständig Gewalterfahrungen ausgesetzt sind, hat das Behandlungszentrum in Zusammenarbeit mit dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte und den lokalen Universitäten ein eigenes Therapiekonzept entwickelt: Neben der eigentlichen Traumatherapie, die den Kindern helfen soll, wieder emotional stabiler und handlungsfähig zu werden, erhalten sie Unterricht in Gewaltprävention, Aufbau friedvoller Beziehungen, Menschenrechten und Demokratie und werden motiviert, sich in ihrer Familie oder der Nachbarschaft sozial zu engagieren. Das entspricht auch den Werten der palästinensischen Kultur. Auf erfahrene Gewalt soll nicht mit Rache und Gewalt reagiert werden, die sich bis in die eigene Familie und die Gesellschaft auswirkt, sondern mit dem Aufbau positiver Beziehungen und dem Bewußtsein für Menschenrechte und Demokratie als Beitrag zur Entwicklung der zukünftigen palästinensischen Gesellschaft. Neben den Kinderzeichnungen und Fotos werden auf Texttafeln auch die traumatisierenden Lebensbedingungen im Westjordanland und in Ostjerusalem in ihrer Auswirkung auf Kinder und Jugendliche geschildert.

Freiwillige Spenden kommen dem Rehabilitationszentrum für Folteropfer (TRC) zugute!!!

Kooperation: Münchner Friedensbündnis, AAI

 

Und: Filmabend Dienstag, 18. März, 19 Uhr, AAI-Wien, Großer Saal

"When the Boys return" von Tone Andersen (arabisch mit englischen Untertiteln)

Der Film begleitet sehr einfühlsam und mit viel Respekt elf palästinensische Jugendliche, die aus israelischen Gefängnissen in ihre Dörfer zurückkommen, verunsichert, voller Angst und mutlos. Die Eltern können ihnen nicht helfen. Die Präsenz des israelischen Militärs in den Dörfern ist erdrückend, die Menschen fühlen sich beobachtet und kontrolliert, auch von den Informanten aus den eigenen Reihen. Sie fürchten Schikanen, die nächtlichen Razzien und Verhaftungen. Die Jugendlichen treffen sich einmal wöchentlich in einem trauma-therapeutischen Zentrum von YMCA in Hebron, wo der Therapeut versucht, sie zu Schulbesuch oder Berufsausbildung zu motivieren und ihnen bei der Reintegration zu helfen. Der 15-jährige Mohamed kommt aus seiner Verzweiflung und Depression nicht heraus, aus Angst vor einer neuerlichen Verhaftung wagt er nicht mehr zu Hause zu schlafen. Er sieht sich in seinem Gefühl der Ausweglosigkeit bereits als Märtyrer, was seiner Mutter Angst macht. Tatsächlich wird er noch während der Dreharbeiten neuerlich verhaftet. Die Regisseurin erlebte bei ihrem Aufenthalt im Westjordanland 2002 die Verhaftung eines ihr bekannten Jungen. Dieses Ereignis ließ sie nicht los. 2007 kam sie zurück, um diesen Film zu drehen. Der Film (arabisch mit engl. Untertiteln) wurde beim Internationalen Dokumentarfilmfestival in Amsterdam und in Thessaloniki gezeigt. Freiwillige Spenden kommen dem Rehabilitationszentrum für Folteropfer (TRC) zugute!!!

Kooperation: Münchner Friedensbündnis, AAI-Wien

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G4S raus!!!!

Seit dem Ende der 80er Jahre verfolgt die österreichische Regierung eine repressive und menschenverachtende Flüchtlingspolitik und folgt damit der generellen EU-Politik zur Asyl- und Flüchtlingsfrage. Der Anstieg der Migration von Menschen aus den armen Ländern des Südens nach Europa ist nicht zuletzt eine unmittelbare Folge der globalen, aber eben auch europäischen neokolonialen und neoliberalen Zuspitzungen der letzten 30 Jahre. Kriege zur Absicherung von Ressourcen, profitmaximierender und ungerechter Handel und die Zerstörung lokaler Märkte durch subventionierte Exporte, schaffen nicht nur lokale Konflikte, bedingen nicht nur Hunger und Tod in den Ländern des Südens, sie zwingen Menschen in die Flucht und auf einen ungewissen und gefährlichen Weg in die reichen Länder der EU.

Die (Außen)Politik der EU-Länder zerstört die Lebensgrundlage der Menschen in ihren Heimatländern und verwehrt ihnen damit die Teilhabe am Wohlstand in den Ländern, die sie um ihrer politischen, ökonomischen und sozialen Grundlagen beraubt haben. In Europa werden die Flüchtlinge wiederum illegalisiert und kriminalisiert - im Wissen aller Beteiligten, dass es keinen offiziellen und legalen Weg zur Flucht gibt. Längst vergessen scheinen die Schicksale der Menschen, die während des Faschismus fliehen mussten, hohl erscheint die Mahnung aus der Vergangenheit Lehren zu ziehen, wenn gleichzeitig Männer, Frauen und Kinder unter Anwendung von Gewalt in Schubhaftgefängnissen und -lagern festgehalten werden und schließlich mittels europäischer Fluggesellschaften deportiert werden.

Diese Politik steht in keinem europäischen Parlament zur Diskussion. Die Regierungen Europas sind politisch zu einer extremistischen Mitte zusammengeschmolzen, in der es keine Opposition zu dieser menschenverachtenden Politik gibt. Eine extremistische Mitte, die nicht vor Kriegen (wie z.B. Afghanistan) zurückschreckt. In der perfiden Logik des Neoliberalismus wird aus dem Leid und aus den Folgen dieser Politik noch ein Geschäft: Die Privatisierung von Inhaftierung und Bewachung der Flüchtlinge und die Überantwortung ihres Schicksals an sogenannte „Sicherheitsfirmen“ wie G4S.

Aktuell sollen diese Folgen von Krieg, ungerechtem Handel und Rüstungsexporten im Schubhaftgefängnis Vordernberg in der Steiermark Jobs schaffen und einen reibungslosen Ablauf der Deportationen (Anbindung Autobahn und Flughafen) garantieren. Abgesehen von einer umstrittenen Ausschreibung für diesen Auftrag und dem Naheverhältnis von ÖVP-Politiker_innen zum „Sicherheitskonzern G4S [1], scheint auch die praktische Erfahrung des Konzerns G4S im Umgang mit Gefangenen eine Rolle bei der Auswahl von G4S zu spielen.

G4S ist aus der Fusion der „Sicherheitsfirmen“ Group 4 Falck und Securicor im Jahre 2004 [2] entstanden, verweist aber gerne verharmlosend auf ihren Ursprung als Firma für Nachtwächter. Ihre praktischen Erfahrungen auf dem Gebiet der Bewachung von Gefangenen sammelte G4S seit 2007 in Israel/ Palästina. Der Konzern beteiligt sich dort lukrativ an der völkerrechtlich illegalen Besatzungspolitik, indem sie Sicherheits- und Wachaufgaben in israelischen/jüdischen Siedlungen auf palästinensischen Gebiet übernimmt, Checkpoints in der Westbank betreibt und palästinensische Gefangene in israelischer Administrativhaft (unbegrenzte Haft ohne zivilen Prozess) bewacht. Dabei ist auch die Inhaftierung von Kindern inkludiert.

G4S steht symbolträchtig für einen modernen europäischen Trend, der aus der israelischen Praxis und Vorgehensweise mit unerwünschten und „überflüssigen“ Bevölkerungsgruppen lernen will. G4S profitiert unmittelbar aus der israelischen Besatzung. Die palästinensische Bevölkerung gilt Israel nur als Bedrohung, eine Bevölkerungsgruppe, die bewacht und kontrolliert oder idealerweise überhaupt deportiert werden soll. Für den israelischen Staat ist die palästinensische Bevölkerung „überflüssig“, sie wird weder für die israelische wirtschaftlich Verwertung benötigt, noch hat der israelische Staat Interesse daran, dieser Gesellschaft eine eigene Perspektive zu lassen.

Die nach Europa geflohenen Menschen sind ebenso „nutzlos“ für den hiesigen, europäischen Arbeitsmarkt, der Zuzug wird der Logik des Kapitals folgend über Qualifikationen gesteuert, nicht etwa an Fragen von Moral und Humanität gemessen. Und da die Existenz der Refugees praktisch keine Verwertungsmerkale besitzt – ihre Existenz dieser Logik zufolge „unwert“ ist – überantwortet die Regierung sie Konzernen wie G4S.

G4S betreut Sicherheitssysteme in den, durch Folter und Mord bekannten, israelischen Gefängnissen und Lagern Ketziot, Damon, Megiddo, al-Moskobiyeh, Kishon, Rimonim, Ofer, u.a. [3]

Dort werden Sicherheits-, Kontroll, -und Überwachungssysteme betrieben, dort wird gefoltert und immer wieder werden Gefangene ermordet (Arafat Jaradat 2013) [4]. Und ebenso, wie nahezu niemals israelisches Personal für die Taten zur Rechenschaft gezogen wird, konnte auch niemals eine direkte Verantwortung von G4S nachgewiesen werden. Das Kotroll- und Verwahrungssystem ist in sich geschlossen.

In sich geschlossen, wie der Umgang mit Flüchtlingen und ihrer Gefangennahme in Vordernberg. Korrupte Politiker_innen, eine Flüchtlingspolitik die nur Haft und Abschiebung kennt, Regierungen, die sich mit ihrem Verweis auf eine Gefahr von Rechtsextremismus in Europa selbst am rassistischen Umgang mit Flüchtlingen übt, Architekten[5], die baulich die Brutalität weißwaschen und Konzerne wie G4S, die bereit stehen, in rechtsfreien Räumen Menschen zu bewachen. Ganz obenauf in diesem System der Abwicklung der „Flüchtlingsproblematik“ stehen NGOs, die Flüchtlinge „beraten“: „Rückkehrberatung“ nennt sich diese Hilfe. Der Kreis schließt sich dort, wo G4S seine soziale Verantwortung - den Normen moderner Konzernführung entsprechend – öffentlich platzieren will, wenn sie mit „Young Caritas“ eine Charity Event sponsort [6]. Wir fordern daher:

- Die Annullierung der Verträge mit der „Sicherheitsfirma“ G4S, die sich an der völkerrechtswidrigen Besatzung in Palästina und der Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung beteiligt

- die Nicht-Inbetriebnahme des Schubgefängnisses Vordernberg

- Bewegungsfreiheit für Refugees in Europa

- Und von NGOs: die Aufkündigung ihrer Kooperation mit dem Bundesministerium für Inneres

 

[1]http://www.profil.at/articles/1345/560/369169/justiz-sicherheitsdienstleister-g4s

[2]http://www.corporatewatch.org/?lid=337

[3]http://www.corporatewatch.org/?lid=4360

[4]http://maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=568699

[5]http://www.sue-architekten.at/sites/default/files/press/vordernberg_gespraech_fabian_faltin_sue.pdf

[6]http://www.g4s.co.at/de-AT/Presse/News/2013/12/02/G4S%20unterstuetzt%20Young%20Caritas/

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Brief an das Innenministerium:

Bundesministerium für Inneres
Herrengasse 7
1014 Wien
Betreff: Schubhaftgefängnis Vordernberg

Sehr geehrte
Frau Innenministerin Mikl-Leitner,

wir fordern Sie dringend auf den Vertrag mit dem Konzern G4S Secure Solutions AG (G4S) als Generalunternehmer im Schubgefängnis Vordernberg ersatzlos zu kündigen.

Bereits im Jahre 2011 hat das Europäische Parlament eine Anfrage an die Kommission gestellt (E-003873/2011), in der die Beteiligung des Unternehmens G4S an Menschenrechtsverletzungen geprüft werden sollte. Es ist eine Tatsache, dass G4S Israel (zu 91% in Besitz von G4S) Sicherheitsausrüstung und Dienstleistungen in Gefängnissen in Israel und dem völkerrechtswidrig besetzten Westjordanland stellt. Außerdem stellt G4S Sicherheitsdienstleistungen und Personal in israelisch/jüdischen Siedlungen, die illegal auf palästinensischen Boden errichtet sind. G4S liefert zudem Sicherheitssysteme an das israelische Polizeipräsidium im Westjordanland, stellt Ausrüstung für militärische Kontrollpunkte im Westjordanland und hat dort Wartungsdienstleistungen übernommen.

Alle diese Beteiligungen durch das weltweit agierende Unternehmen G4S sind laut der Vierten Genfer Konvention unrechtmäßig. Auch die auf palästinensischem Gebiet errichteten Kontrollpunkte sind laut einem Gutachten des internationalen Gerichtshofs vom 9. Juli 2004 gesetzeswidrig und verstoßen gegen das internationale Völkerrecht. An allen Beteiligungen von G4S in Israel und dem besetzen Palästina kommt es fortlaufend zu schweren Menschenrechtsverletzungen, wie Folter, Mord, Administrativhaft, Inhaftierung von Minderjährigen.

Aus diesen Gründen ist es inakzeptabel, wenn schutzbedürftige Personen in die Obhut eines anrüchigen Konzerns wie G4S überantwortet werden, einem Konzern der Völkerrecht missachtet und an Menschenrechtsverstößen beteiligt ist. Darüberhinaus fordern wir eine Überprüfung der Geschäfte von G4S in Österreich durch das Innenministerium und die Auflösung aller Verträge der mit diesem Konzern.

In einem mutigen Schritt aktiver Humanität hat die Universität von Oslo im Sommer 2013 ihre Verträge mit G4S wegen der Beteiligung an der israelischen Besetzung Palästinas gekündigt.

Zeigen Sie auch diesen Mut.

Wir bitten um eine rasche Beantwortung unseres Anliegens.

Mit freundlichen Grüßen

Dar al Janub - Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative
Kleistgasse 8/3
1030 Wien
Austria

APA-OTS-Aussendung vom 10.1.2014:
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140110_OTS0117/protest-gegen-g4s-und-das-geplante-schubgefaengnis-vordernberg

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Herbst- und Winterprogramm 2013/14

Das Herbst und Winterprogramm von Dar al Janub - Verein für antirassistische und Friedenspolitische Initiative steht dieses Jahr im Zeichen des 20. Jahrestages der Unterzeichnung des Osloer Abkommens. Mitte der 1990er Jahre schien der nahezu 100jährige Konflikt in Palästina endlich in einen historischen Friedensprozess zu münden, der zumindest in den 1967 besetzten palästinensischen Gebieten Frieden und Prosperität bringen und den PalästinenserInnen eine eigene, unabhängige Staatlichkeit garantieren sollte. 20 Jahre nach dem historischen Handschlag zwischen Jassir Arafat und Yitzak Rabin scheint der Frieden ferner denn je. Militärische Großoffensiven gegen das größte Freiluftgefängnis der Welt Gaza, Verelendung und Abhängigkeit von westlichen Entwicklungsgeldern, expandierende israelische Siedlungen auf palästinensischen Gebieten in der Westbank und eine Mauer, die die israelischen Siedlungen vom besetzten palästinensischen Land trennt, sind die Entwicklungen der vergangenen Jahre. Und doch hat sich in diesen vergangenen 20 Jahren auf zivilgesellschaftlicher Ebene einiges verändert. Meinte die ehemalige israelische Ministerpräsidentin Golda Meir 1969 noch, „so etwas wie ein palästinensisches Volk“ gäbe es nicht, schüttelte Rabin ein Vierteljahrhundert später dem - wie es so oft hieß - „Palästinenserpräsidenten“ Arafat in Washington die Hand. Israelische und europäische WissenschafterInnen, anerkennen mittlerweile mehr und mehr die historischen Fakten der ethnischen Säuberungen von 1948, die hundertausende PalästinenserInnen zur Flucht zwang und in der arabischen Geschichte als „Nakba“ (Katastrophe) eingegangen ist, auch wenn unterschiedliche Konsequenzen und Schlüsse daraus gezogen werden. Weltweit fordern aber auch immer mehr zivilgesellschaftliche NGOs, Gewerkschaften, Organisationen und prominente Persönlichkeiten einen wirtschaftlichen und akademischen Boykott gegen Israel nach dem Vorbild der Anti-Apartheids-Bewegung gegen Südafrika (BDS).

Der gescheiterte Osloer Prozess steht daher auch Ende Dezember im Mittelpunkt unserer Diskussionsveranstaltung mit Viktoria Waltz. Hindernisse und Perspektiven einer Solidaritätsarbeit gegen Apartheid und Besatzung diskutieren wir in einer Veranstaltung im Januar 2014 mit zwei AktivistInnen aus Gaza und Irland. Wir freuen uns auf Ihre/Eure rege Teilnahme.

Detailprogramm:

15.11.2013, 19 Uhr, Dar al Janub - Filmvorführung „Roadmap to Apartheid“, OmU
Der Film untersucht in einem detaillierten und auf Fakten basierenden Vergleich Parallelen und Unterschiede zwischen dem südafrikanischen Apartheidsystem, das 1994 offiziell zu Fall kam und der aktuellen Situation in Palästina/Israel heute. Der Film erhielt zahlreiche Preise und positive Rezensionen, und erschien fast zeitgleich mit der Entscheidung des südafrikanischen Nationalkongresses, den palästinensischen Aufruf für Boykott, Desinvestition und Sanktionen (BDS) gegen Israel zu unterstützen.
Veranstaltungsort: Dar al Janub - Kleistgasse 8/3, 1030 Wien

22.11.2013, 19 Uhr - Filmvorführung "The Sons of Eilaboun", OmU
Der Film berichtet über ein Massaker, das von der israelischen Armee im Jahr 1948 verübt wurde. Das Massaker wurde im Dorf Elaiboun begangen, die Überlebenden mussten in den Libanon fliehen und wurden zu Flüchtlingen. Nach Jahren und zum ersten Mal in der Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts gelang es den Vertriebenen zurückkehren.
Veranstaltungsort: Dar al Janub - Kleistgasse 8/3, 1030 Wien

13.12.2013, 18 Uhr - Vortrag und Diskussion "20 Jahre Oslo – Ausschnitte eines gescheiterten Abkommens" mitViktoria Waltz - ehemalige Dozentin an der Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund und ehemalige Regierungsberaterin des palästinensischen Wohnbauministeriums in Gaza und Ramallah, Deutschland

Parallel wird die jüngste Publikation des Dar al Janub, "Remapping Palestine - Sammelband zur Diskussion" anlässlich des 10jährigen Jubiläums zur Gründung des Vereins Dar al Janub, u.a. mit Beiträgen von Joseph Massad, Ilan Pappe, Salman Abu Sitta, vorgestellt.
Veranstaltungsort: Dar al Janub - Kleistgasse 8/3, 1030 Wien

24.01.2014, 18 Uhr - Diskussion "Solidarität mit Palästina - Herausforderungen und Perspektiven eines Aktivismus in Europa" mit Sinead MacLochlainn (Vorsitzende Irish-Friends of Palestine) und Maysara Al-Arabeed (Antiapartheids-Aktivist und Student, Mitglied bei PalFoundation)
Veranstaltungsort: Dar al Janub - Kleistgasse 8/3, 1030 Wien
Sprache: Englisch

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Brief an die Künstlerische Intendanz des Tanzquartiers Wien

Künstlerische Intendanz
Tanzquartier Wien

1070 Wien
Museumsplatz 1

6. September 2013


Betrifft:  Die Aufführungen der Batsheva Dance Company im Tanzquartier Wien, 4. und 5. Oktober 2013

Sehr geehrte Damen und Herren vom Tanzquartier Wien,

Wir schreiben Ihnen diesen Brief, um gegen die Aufführungen der Batsheva Dance Company am 4. und 5. Oktober im Tanzquartier Wien zu protestieren.

Die Batsheva Dance Company, die vom israelischen Außenministerium "der bekannteste weltweite Botschafter für israelische Kultur" genannt wird, sah sich bei ihren Tourneen in Europa und den Vereinigten Staaten bereits zahlreichen Protesten und Aufrufen zum kulturellen Boykott gegenüber.  Palästina-Solidaritätsgruppen haben diese Tanztruppe in offenen Briefen inständig gebeten, sich vom israelischen Außenministerium, das ihre Tourneen finanziert, zu distanzieren und sich gegen die Verletzungen der Rechte der Palästinenser durch die israelische Regierung zu stellen. Bis heute hat sich die Truppe geweigert, das zu tun.

Mit dem Boykott von Batsheva wird dem Aufruf der palästinensischen Zivil-Gesellschaft zu einem akademischen und kulturellen Boykott Israels gefolgt (www.pacbi.org), der Teil der wachsenden BDS-Bewegung (Boykott, Investitionsentzug und Sanktionen) ist, und zu einem Boykott israelischer Institutionen und Compagnien aufruft bis die Forderungen nach Gleichheit einschließlich Ende der militärischen Besatzung auf palästinensischem Boden, gleichen Rechten für die palästinensischen Bürger in Israel und Rückkehrrecht der palästinensischen  Flüchtlinge, wie es in der UN-Resolution 194 garantiert wird, erfüllt sind.

Die Organisationen stellen fest, dass sie den Aufruf der palästinensischen Zivilgesellschaft zu BDS als eine Form des gewaltlosen Widerstands gegen die israelische Apartheid unterstützen, und dass es, wenn Batsheva nicht entsprechend Stellung bezieht, einen Aufruf zum Boykott ihrer Auftritte geben wird.

Zahlreiche internationale Künstler, Filmregisseure, Schriftsteller und Wissenschaftler folgten dem Aufruf zu einem kulturellen Boykott Israels, unter ihnen Roger Waters, Nigel Kennedy, Alain Platel, Ken Loach, Gil Scott Heron, Mike Leigh, Stephen Hawking, Alice Walker, Russell Banks, John Berger, Dr. Desmond Tutu, Mairead Maguire (Nobel Peace Prize Winner), Santana, Iain Banks, Eric Burdon, Saif Keita, Cassandra Wilson  und viele, viele andere.  Wir sind deswegen enttäuscht, dass Sie eine Tanzgruppe aus Israel, die offiziell von der israelischen Regierung für seine Tourneen unterstützt wird, eingeladen haben.

Wegen ihrer engen Beziehung zum israelischen Außenministerium macht sich Batsheva "aktiv mitschuldig am Reinwaschen der israelischen Menschenrechtsverletzungen, der Apartheid und der Besatzung auf palästinensischem Land".  Batsheva erhält vom Außenministerium Gelder für seine internationalen Tourneen. Während israelische Künstler frei auf Tournee gehen können, werden Ausstellungen und Performances von palästinensischen Künstlern systematisch verboten, sabotiert und von der israelischen Besatzungsmacht unterdrückt. Palästinensischen Tänzern aus dem Westjordanland verbietet die israelische Regierung in den Gazastreifen zu reisen, um dort vor Palästinensern aufzutreten.

Nach der militärischen Offensive gegen Gaza 2008/09 (“Operation Cast Lead“) griff die Tanzgruppe El Fanoun aus Ramallah aus Protest gegen die brutale israelische Blockade des Gazastreifens (die bis heute besteht) zu einer Darbietung über Satelliten-Verbindung. Auch mussten zwei Tanzdarbietungen von El Fanoun abgesagt werden, weil Israel den Tänzern die Einreise nach Jerusalem verweigerte.  

Es gab in 2008/09 ein nicht zu leugnendes Gemetzel an Palästinensern in Gaza , wovon sogar in Mainstream Quellen erschreckende Berichte veröffentlicht wurden. Bei dieser Offensive verwendeten die Israelis Weißen Phosphor, eine chemische Waffe, deren Einsatz in Gebieten mit ziviler Bevölkerung verboten ist, und setzten es sogar über Schulen der Vereinten Nationen ein. Innerhalb urzer Zeit wurden damals 1.440 Menschen getötet, sehr viele von ihnen Zivilisten, Frauen und Kinder.

Zur Batsheva Dance Company gehören Tänzer aus so fernen Ländern wie Brasilien, Frankreich und Japan.   25% der israelischen Bevölkerung innerhalb der Grünen Linie  ist arabisch. Wie viele Mitglieder dieser Company waren in den 45 Jahren ihres Bestehens Araber?  Wir fürchten, dass keiner je als Mitglied des Ensembles aufgenommen wurde.

Die Herausforderung, die sich uns heute bei der Beendigung der Apartheid-Politik des Staates Israel stellt, ist nicht verschieden von der Herausforderung, vor der die Menschen guten Willens in den 1980er Jahren standen, als sie den Boykott-Aufrufen gegen die weiße Vorherrschaft in Südafrika folgten.

Seit 1948 haben hunderte UN-Resolutionen Israels Kolonial- und Diskriminierungspolitik als illegal verurteilt und zu sofortiger, adäquater und effektiver Abhilfe aufgerufen. Alle Formen zu Internationalen Interventionen und Friedensbemühungen, Aufrufe, Israel solle sich an die Gesetze der Menschenrechte halten, grundlegende menschliche Rechte respektieren, seine Besetzung und Unterdrückung der Palästinenser beenden, sind bis jetzt fehlgeschlagen. Israel  hat  einseitig  Ostjerusalem und die Golanhöhen annektiert und ist dabei, sich laufend große Teile des Westjordanlandes anzueignen, durch Errichtung der Mauer, was vom Internationalen Gerichtshof 2004 verurteilt wurde.

Nur mit einem effektiven, internationalen Druck auf Israel, der so weit reichend und umfassend ist wie der, der für die Beendigung der Apartheid in Südafrika erfolgreich eingesetzt worden ist, erfüllen Intellektuelle und Akademiker ihre moralische Pflicht für Recht, Gerechtigkeit, Gleichheit sowie Vorrang und Gültigkeit universeller ethischer Prinzipien einzutreten. Auf diese Weise werden sie der Sache der Koexistenz von Juden und Palästinensern und eines wirklichen Friedens auf die wirkungsvollste Weise dienen.  

Mit freundlichen Grüßen,

Frauen in Schwarz (Wien), www.fraueninschwarz.at
Kritische Jüdische Stimme (Österreich), European Jews for a Just Peace Austria, www.nahostfriede.at
Jüdische Stimme für Gerechten Frieden in Nahost e.V. European Jews for a Just Peace Germany, www.juedische-stimme.de
Boycott! Supporting Palestinian BDS from Within (Israel), www.boycottisrael.info
Steierische Friedensplattform, www.friedensplattform.at
BDS Berlin, www.bds-kampagne.de
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit, www.begegnungszentrum.at
Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative/Dar al Janub , www.dar-al-janub.net
Gerhilde Merz, Sprecherin der Kommission Israel/Palästina in Pax Christi (Österreich)

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Einladung zum Iftar im Dar al Janub

Liebe FreundInnen, UnterstützerInnen und Vereinsmitglieder,

In diesem Jahr beginnt der islamische Fastenmonat Ramadan am Dienstag, den 09. Juli 2013. Dar al Janub lädt - trotz Sommerpause und für alle, die noch in Wien weilen - alle Fastende, aber auch Nicht-Fastende am Freitag, den 12. Juli 2013 ab 20.50 Uhr herzlich zum gemeinsamen Iftar (Fastenbrechen) ins Dar al Janub ein. Wir freuen uns auf dein/Ihr Kommen.

Allen Muslimen einen gesegneten Ramadan!

Wann: Freitag, 12. Juli 2013 ab 20.50
Ort: Dar al Janub - Zentrum Interkultureller Begegnung, Kleistgasse 8, 1030 Wien

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Sommerfest im Dar al Janub

Auch dieses Jahr findet im Dar al Janub das beinahe schon traditionelle interkulturelle Sommerabschlussfest statt, zu dem wir auch heuer alle FreundInnen, Mitglieder und Interessierte recht herzlich einladen möchten.

Vor der diesjährigen Sommerpause, in der das Dar al Janub freitags geschlossen bleibt, gibt dieses Fest die Möglichkeit noch einmal zusammen zu kommen, bei einem kleinen Buffet, Kaffee, Tee und Süßigkeiten einander kennenzulernen, Freundschaften zu schließen, über vergangene und zukünftige Aktivitäten, Projekte und Veranstaltungen zu sprechen oder auch sich über die Arbeit des Vereins zu informieren.

Außerdem können wir uns über eine Vorführung der Dabka Tanzgruppe "Dschudur Filistin" freuen. (Dschudur Filistin auf facebook)

Auf Euer Kommen freut sich
das Team des Dar al Janub

Wann: Freitag, 14. Juni 2013, 18:30 Uhr
Ort: Dar al Janub, Kleistgasse 8/3, 1030 Wien
Eintritt frei

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Die "aparte" Demokratie - Apartheid in Israel?

Während vom europäischen und US-amerikanischen Mainstream, von europäischen Staatsoberhäuptern und europäischen Regierungen Israel als „die einzige Demokratie im Nahen Osten“ gelobt wird, werden vermehrt Stimmen laut, die den israelischen Staat als Apartheidstaat bezeichnen. Militärische Großoffensiven gegen das größte Freiluftgefängnis der Welt Gaza, Verelendung und Abhängigkeit von westlichen Entwicklungsgeldern, expandierende israelische Siedlungen auf palästinensischen Gebieten in der Westbank und eine Mauer, die israelischen Siedlungen vom besetzten palästinensischen Land trennt, sind untrennbar mit der israelischen Regierungspolitik verbunden. Jüngst hatte der weltberühmte britische Physiker Stephen Hawking seine zuvor zugesagte Teilnahme an der Konferenz "Facing Tomorrow" in Israel, dessen Schirmherr der israelische Präsident Schimon Peres ist, abgesagt und sich damit dem akademischen Boykott gegen Israel angeschlossen. Der südafrikanische Erzbischof, Friedensnobelpreisträger und Anti-Apartheid-Aktivist Desmond Tutu, die Journalistin und Globalisierungskritikerin Naomi Klein, der israelische Friedensaktivist Jeff Halper, der israelische Historiker Ilan Pappe, die Friedensnobelpreisträgerin Mairead Maguire, die indische Schriftstellerin und Friedensaktivistin Arundhati Roy, der britische Filmregisseur Ken Loach und viele andere namhafte Persönlichkeiten der globalen Zivilgesellschaft schlossen sich der 2005 initiierten, weltweiten Kampagne BDS (Boycott, Divestment and Sanctions) an.

Wie lässt sich Apartheid definieren? Inwiefern handelt es sich im Falle Israels um einen Apartheidstaat? Gibt es Parallelen zur Apartheid in Südafrika?

Anthony Löwstedt, Professor für Media Communication an der Webster University in Wien widmete sich in seinen Arbeiten seit Jahren den historischen und zeitgenössischen Apartheid-Regimen und analysiert in seinem Vortrag die Situation in Israel/Palästina.

Wann: Donnerstag, 6. Juni 2013, 18.30 Uhr
Wo: Dar al Janub – Zentrum Interkultureller Begegnung, Kleistgasse 8/3, 1030 Wien

Eintritt frei

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Refugees - Thanks for coming

Wien im Februar 2013

Wir danken Euch, dass Ihr nach Österreich/ Europa gekommen seid und FRONTEX entkommen seid.

Wir sind beschämt, dass die Polizei zu unserem Schutz und zu Eurer Verfolgung dient.

Wir danken Euch, dass Ihr uns zeigt, dass Menschenrechte in Österreich/Europa nur für die gelten, die den richtigen Pass mit der richtigen Hautfarbe haben.

Wir sind beschämt, dass Ihr nicht wie wir über die Straße gehen könnt, ohne verhaftet zu werden, und das wir jede Arbeit annehmen dürfen und Ihr keine.

Wir danken Euch, für die Formulierung Eurer Forderungen, die uns mit dem realen Rassismus der Straße und der Institutionen konfrontieren.

Wir sind beschämt, dass man Eure politischen Forderungen im schlechtesten Fall als „irrealistisch“ abtut und im besten Fall als humanitäre Probleme abwickeln will.

Wir danken Euch für den Protest, aus dem Wut, Trauer, aber auch Würde derer spricht, die den weiten Weg nach Österreich/Europa nicht geschafft haben, weil sie im Mittelmeer ertrunken sind.

Wir sind beschämt, dass Ihr uns sagen müsst, dass Ihr keine Babys seid (Zitat Khan Adalat), weil man Euch in der kolonialen Tradition der Habsburger abspricht, politisch zu denken und selbstbestimmt zu handeln.

Wir danken Euch, dass Ihr den nationalen Schulterschluss der politischen Parteien offengelegt habt; von rechts („Herabwürdigung religiöser Lehren und Religionsausübung“) bis links („es geht um menschengerechte Verwahrung“).

Wir sind beschämt über die Verantwortlichen aus Politik, der Kirche und den NGOs, wie sie in einem widerwärtigen Paternalismus das Wort „für Euch“ ergreifen, als sei Eure Stimme zu unterentwickelt.

Wir danken Euch, den Menschen aus der Basis der Kirche, den Ordensmännern- und Frauen, und den vielen anderen, die zeigen, dass Glaube und Religion kein Ritual ist, sondern Nächstenliebe in der Praxis.

Wir sind beschämt, dass in dem Haus Gottes Menschen in Kälte und Dunkelheit auf ihre Abschiebung warten müssen und durch einen Wachdienst von uns isoliert werden.

Wir danken den AktivistInnen aus den Parteien und NGOs die sich nicht blenden lassen, von dem rassistischen und menschenverachtenden Normalzustand, den diese Institutionen abwickeln.

Wir sind beschämt, dass mutige Menschen aus der Zivilgesellschaft, die Laptops und andere Kommunikationsmittel und –medien organisiert haben, ihre Zeit bei den Flüchtlingen verbringen und in Bescheidenheit sich den Forderungen der Flüchtlinge angeschlossen haben, als „StörerInnen“ diffamiert werden.

Wir danken Euch, dass Ihr gekommen seid. Lasst uns nicht alleine. Subhan’Allah.



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Refugees - Thanks for coming

We thank you for coming to Austria/Europe and for escaping FRONTEX.

We are ashamed that the police claims to protect us whilst in fact persecuting you.

We thank you for demonstrating that human rights in Austria/Europe only apply to those with the right passport and skincolour.

We are ashamed that we can cross the streets without being arrested and accept any job offered whilst you can’t!

We thank you for the verbalisation of your demands, which uncover the existing racism on the streets and in the institutions.

We are ashamed that your political demands are called *unrealistic* in the worst and *humanitarian issues* in the luckiest case.

We thank you for angry, sad, yet dignified protest which also represents those who didn’t manage to reach Austrian/European shores, because they drowned in the ocean.

We are ashamed you have to tell us that you are no babies (quote Khan Adalat), because the colonial tradition of the Habsburgs’ won’t acknowledge your ability to autonomously think and act politically.

We thank you for uncovering the closing of ranks by the national political parties; from the right-wing (decrying of religious teachings and exercise of religion) to the left (it’s all about humane custody!)

We are ashamed of the representatives of politics, church and the NGOs rising to speak *for you* as if your own voices were runt.

We thank you, the grassroots people of the church, the nuns, believers and those many more, who prove that faith and religion are no empty rituals but charity put into practice!

We are ashamed that people have to await their deportation in the Lord’s House, locked into the darkness and cold, isolated from us, their friends, by security guards.

We thank the activists of the parties and NGOs who are not blinded by the the racist and inhuman conditions of the institutions involved.

We are ashamed that those brave people of the Civil Society, who provide means of communication, spend their time with the refugees and who have always encouraged their demands, are defamed as disruptive elements.

We thank you for coming here! Don’t leave us! Subhan’ Allah!

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Einladung zur Buchlesung

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

wir laden herzlich zur Buchlesung am Dienstag, den 04. Dez. 2012 ein:

Dr. Iman Mahran - "Jerusalemer Folklore zwischen Wahrung und Judaisierung"
Die Buchlesung findet in arabischer Sprache statt und wird mit einer Übersetzung begleitet.

Dienstag, den 04. Dez. 2012
18:00 Uhr
Odeon Theater, Taborstrasse 10, 1020 Wien.

Trotz der kurzfristigen Einladung würden wir uns sehr freuen Sie herzlich willkommen heißen.

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Live-Bericht aus Gaza und Birzeit

Seit Beginn des israelischen Militärangriffe wurden mehr als hundert PalästinenserInnen durch Angriffe der israelischen Luftwaffe getötet und Tausende verletzt. In Israel wurden bislang fünf Tote beklagt. Seit fünf Jahren wird der Gazastreifen als größtes Freiluftgefängnis der Welt von der Besatzungsmacht Israel unter Blockade gehalten. Die humanitäre Situation ist auch ohne die ständigen Bombardements katastrophal, wie jüngst der Chef der UNRWA, Filippo Grandi vor wenigen Tagen in seinem Bericht über die Lage vor der UN-Generalversammlung bestätigte.

In einer Live-Zuschaltung sprechen wir mit Nissma G. und Maysara A. aus Gaza über die Situation vor Ort, in einem Telefon-Interview mit Dr. Helga Baumgarten (Politikwissenschafterin Universität Bir Zeit) sprechen wir über die politische Einschätzung der jüngsten Angriffe und Perspektiven des Waffenstillstands.

Wann: Freitag, 30. November 2012, 19:00 Uhr
Wo: Dar al Janub - Zentrum Interkultureller Begegnung, Kleistgasse 8/3, 1030 Wien

Eintritt frei

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Antimilitaristischer Stadtspaziergang am 26.10.2012

Staatsfeiertag

Haben Sie Probleme…


… am 26.10.2012?

Falls der Anblick eines Panzers am Heldenplatz bei Ihnen Beklemmungen hervorruft, und selbst die Kinder mit Zuckerwatte im Mund und Ö3 im Ohr nicht darüber hinwegtäuschen können, dass auf diesem Platz, bei dieser nationale Feier ein wenig etwas schief läuft,

Falls dieses Spektakel für Sie vielleicht eine zu unreflektierte Auseinandersetzung mit Krieg und Kriegsgerät ist, weil Österreicher_Innen in Kriegen damals und Nato-Missionen heute, nie wirklich Perspektiven für Menschen schufen,

Falls Sie sich auch durch bewaffnete österreichische Soldat_Innen nicht beschützt fühlen und der Fahnenschwur dieser Armee zu laut, zu männlich und einfach zu lächerlich ist,
dann können wir Abhilfe schaffen.

Falls Sie schon immer mal mit ihrem Kinderwagen ein auf dem Gehweg geparktes Auto rammen wollten,

Falls Sie einen rassistischen Spruch auf einer Hauswand übermalen wollen,

Falls Sie mit ein paar Freund_Innen eine andere Vision von Nationalität entwickeln wollen, weil Sie auch Bekanntschaften haben, die zu den 50% Mitbürger_Innen Wiens gehören, die man als „Menschen mit Migrationshintergrund“ tituliert,

dann kommen Sie mit uns und verschwenden Ihre Zeit.

100% nicht angemeldet

100% antimilitaristisch

100% kein Ö3

Wir spazieren am 26.10.2012 vom U-Bahnhof U3 Simmering durch den 11. Und 3. Bezirk um dort den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen ausklingen zu lassen.

Treffpunkt: 13:00 Uhr U3 Simmering

Ab 18.30 Uhr gibt es außerdem im Dar al Janub – Zentrum Interkultureller Begegnung anlässlich des islamischen Opferfests ein kleines gemeinsames Abendessen. Auch dazu laden wir alle herzlich ein.

Bei Fragen und Anregungen fragen Sie ihre/n lokale/n Antikriegsaktivisten/ in oder einfach Dar al Janub.

Es gibt nichts Gutes außer man tut es.

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Stellungnahme arabischer und solidarischer Vereine in Österreich zu den Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Festival “Salam Orient”


Fünf Künstler/innen aus dem Arabischen Raum gaben am Anfang dieser Woche die Absage ihrer Teilnahme am Festival „Salam Orient“ bekannt. Grund dafür ist das Aufscheinen des Logos der israelischen Botschaft unter den Sponsoren des Festivals. Dies verstieße gegen ihre Überzeugung, so die Künstler/innen, da sie es ablehnen würden, im Rahmen eines Musikfestivals dafür instrumentalisiert zu werden, das Bild eines Apartheid-Staates reinzuwaschen.
Der Vortrag von Dr. Sabah al Nassari, der das Festival eröffnen sollte, musste auf Wunsch des Redners aus dem Festivalprogramm ausgegliedert werden.
Diese Haltung der arabischen Teilnehmer/innen fand im Einklang mit dem arabischen gesellschaftlichen Konsens im In- und Ausland statt.
24 arabische und solidarische Vereine in Österreich geben folgende Stellungnahme an die Festivalorganisatoren, österreichische Sponsoren sowie an die Öffentlichkeit ab.


Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Besorgnis und Bedauern mussten wir die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Festival „Salam Orient“ zur Kenntnis nehmen.

Wir bedauern, dass ein Festival, das in Österreich eine einzigartige Möglichkeit bietet, musikalische Künste aus dem „Orient“ frei von den hiesigen Vorurteilen kennenzulernen, zu einem Gegenstand einer politischen Debatte werden musste.

Angesicht des bestehenden Konflikts im Nahen Osten und der keineswegs friedlichen israelischen Politik kann von einem arabischen Gesichtspunkt das erstmalige Aufscheinen der israelischen Botschaft unter den Förderern nicht als positiver Beitrag zum Frieden und Völkerverständigung verstanden werden. Vielmehr ist es naheliegend, dass die Kooperation mit der israelischen Botschaft von Seiten des arabischen Publikums in Österreich und in der arabischen Welt als eine Provokation aufgefasst werden könnte, die bestenfalls als mangelnde Sensibilität der Organisatoren interpretiert wird.

Die Palästina-Frage bildet nach wie vor ein zentrales Thema in der arabischen und islamischen Region, ohne deren Lösung kein nachhaltiger Frieden möglich ist. In der arabischen Gesellschaft ist es daher Konsens, dass ohne gerechte Lösung dieser Frage keine Normalisierung der Beziehungen in der Region möglich ist.

Das Auferlegen einer offiziellen israelischen Beteiligung verstößt nicht nur gegen die persönlichen Überzeugungen dieser sozial und politisch engagierten Künstler/innen, sondern schadet auch ihrer Karriere. Alle beteuerten, dass sie von der offiziellen israelischen Beteiligung nichts gewusst hatten.

Wir bedauern sehr, dass durch diese unbedachte Handlung die arabischen Künstler/innen gezwungen waren, ihre Teilnahme abzusagen. Zugleich möchten wir unser Verständnis für diesen Schritt zum Ausdruck bringen. Diese Absagen fanden im Einklang mit dem arabischen gesellschaftlichen Konsens im In- und Ausland statt.

Wir begrüßen es grundsätzlich sehr, dass es ein Festival wie „Salam Orient“ in Österreich gibt und hoffen, dass es noch viele Jahre weiterbestehen wird. Wir würden uns auch über eine engere Zusammenarbeit zwischen den Organisatoren des Festivals und arabischen Vereinen in Österreich freuen, zu der wir gerne einen Beitrag leisten möchten. Vor diesem Hintergrund und im Sinne eines gesunden pluralistischen Kulturlebens in Österreich hoffen wir, dass in Zukunft die politischen Sensibilitäten in Bezug auf Nahostthemen stärkere Berücksichtigung finden, als das in diesem Jahr bedauerlicherweise der Fall war.

Ägyptischer Club
Arab Organisation for Human Rights
Arabische Kulturliga
Eunus – Für Freiheit, Würde, Gerechtigkeit und Menschlichkeit in Syrien
Frauen in Schwarz -Wien
Generalunion der Ägypter in Österreich
Generalunion Palästinensischer Studenten (GUPS)
Irakische Gemeinde in Österreich
Kampagne „Gaza Muss Leben“
Koordinationsforum zur Unterstützung Palästina
Österreichisch-Arabische Ärzte Vereinigung
Österreichisch Arabische Union
Österreichisch-Arabisches Kulturzentrum (OKAZ)
Österreichs Koordination zur Unterstützung der Syrischen Revolution
Palästina-Verein Graz
Palästinensische Ärzte- und Apothekerverein Österreichs (PAAV)
Palästinensische Gemeinde Graz
Palästinensische Gemeinde Wien
Sudanesische Aktivist/Innen-Wien
Tunesisches Haus in Österreich
Union of Syrians Abroad, Vienna
Verband der syrischen Gemeinden in Österreich
Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative/Dar al Janub
Verein für Arabischer Frauen

Nähere Informationen zu dem Festival und Stellungnahme von Salam.Orient unter: www.salam-orient.at/

 

 

 

 

Konzert: "Songs of Jerusalem"

Oud und Vocal: Mustafa al Kurd

Schlagzeug: Zafer Tawil

Samstag, 2. Juni 2012, 19 Uhr im Festsaal der Diplomatischen Akademie

Eintritt: 5,- Euro (Karten im Vorverkauf bis 31.05.2012 und bei den Veranstaltern erhältlich)

Veranstalter: Österreichische Orient-Gesellschaft Hammer-Purgstall, Verein Palästinensischer Ingenieure, Palästinensisch-Österreichische Gesellschaft, Afro-Asiatisches Institut Wien, Dar al Janub - Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative

 

 

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Moving People

 

Mit dem neuen Veranstaltungsformat "Moving People" unternimmt der Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative den Versuch, Personen und Persönlichkeiten zu portraitieren, die abseits des Rampenlichts der medialen Öffentlichkeit stehen und ihre persönliche Geschichte erzählen zu lassen. Diesmal zu Gast: MMag. Peter Melvyn.

Peter Melvyn wurde 1921 in Wien geboren, überstand die Reichspogrom-Nacht und flüchtete 1939 nach England. Als britischer Soldat kehrte er zurück, seine Mutter und sein jüngerer Bruder überlebten Auschwitz nicht. Peter Melvyn erlebte die Besatzungszeit und ging für eine kurze Zeit in das eben erst gegründete Israel. In einem Kibbuz erlebt er den zionistischen Rassismus gegenüber "schwarzen Juden" und "den Arabern". Über weitere Stationen - Marokko, Kanada, Frankreich - kehrte er schließlich nach Wien zurück, trat für ein paar Jahre der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien bei und ist bis heute einer der engagiertesten Aktivisten bei der "Kritische Jüdische Stimme Österreichs".

(Weiterlesen...)

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Globaler Marsch nach Jerusalem

Am 30. März 2012 werden wir, von allen Kontinenten kommend, uns an der palästinensischen Grenze mit Jordanien, Ägypten, Syrien und dem Libanon einfinden und uns zu einem friedlichen Marsch nach Jerusalem vereinigen.

Indem wir uns am Globalen Marsch nach Jerusalem beteiligen, treten wir ein für das Recht auf gemeinsame Selbstbestimmung der Bevölkerung und aller Religionsgemeinschaften in Jerusalem. Wir treten ein für das Recht auf Rückkehr aller Vertriebenen und ihrer Nachkommen – denn auf der Basis von Apartheid und Vertreibung ist weder Demokratie noch Selbstbestimmung möglich.

Details, UnterstützerInnen und Infos unter www.jerusalem-marsch.de


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Erster Kurzbericht zum Symposium "Remapping Palestine"

 

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MMag. Peter Melvyn von der "Kritische Jüdische Stimme" (Österreich)/ (Netzwerk "European Jews for a Just Peace in the near East") an "Johnny Reckless" zu seiner Kritik am Symposium "Remapping Palestine", erschienen in der jüngsten Ausgabe der ÖH-Zeitung "unique" unter dem Titel "Remapping Antisemitsm"

An Herrn Johnny Reckless!


Ihr Pseudonym entspricht völlig dem Inhalt Ihres Schreibens in "Unique". Warum verbergen Sie Ihre Identität? Dass alles, was israelkritisch ist als "antisemitisch" bezeichnet wird, ist ja bekannt. Dass Sie daher zwischen Judentum, Antisemitismus und Kritik an dem Staat Israel nicht zu unterscheiden wissen - oder nicht wollen - ist nicht weiter erstaunlich. (...weiterlesen)

 

Herbst/Winter-Programm des Dar al Janub: Antifaschistische Filmwochen

 

Filmwochen im Dar al Janub: Antifaschismus im Film

18. November 2011 bis 13. Januar 2012, jeweils um 18:30 Uhr

  • Rom, offene Stadt - Roberto Rossellini, Italien 1945
    Datum: 18.11.2011, Dar al Janub

    Geschildert werden die Aktivitäten einer römischen Widerstandsgruppe während des Zweiten Weltkrieges. Ihre Mitglieder geraten dabei ins Visier der Gestapo und werden wenig später gefasst, die Verlobte eines Mitglieds dabei auf offener Straße getötet. Der Widerstand befreit zwei von ihnen, eine enttäuschte Liebhaberin verrät sie jedoch erneut. Ein ranghoher Führer der Gruppe kommt bei den anschließenden Folterungen ums Leben, ein Priester wird hingerichtet.


  • Sie nannten ihn Amigo - Heiner Carow, DDR 1959
    Datum: 25.11.2011, Dar al Janub


    Der Film schildert die Erlebnisse des 15jährigen Jungen Rainer Meister, dessen Spitzname Amigo lautet, in Berlin im Jahr 1939. Amigo findet in einem Hinterhofkeller den aus einem Konzentrationslager entflohenen politischen Häftling Peter Grosse. Amigo hilft Pepp, obwohl er aufgrund der kommunistischen Einstellung seiner Eltern und einer vorherigen Verhaftung seines Vaters weiß, in welche Gefahr er sich damit begibt. Sein Bruder Horst Meister, "Hotta" und dessen Freund Axel Sinewski, "Sine" erfahren von Pepp und dessen Unterstützung durch Amigo, schweigen jedoch zunächst aufgrund von dessen Drängen. Sine erzählt jedoch später seinem Vater von Amigos Hilfe für den flüchtigen Häftling. Der Vater gibt dies an die entsprechenden Behörden weiter. Amigo stellt sich, um seinen Vater und Pepp zu retten, und wird daraufhin verhaftet und selbst in einem Konzentrationslager eingesperrt. Dennoch wird sein Vater von der Gestapo festgenommen und zwei Jahre später in Plötzensee hingerichtet.


  • Ein Menschenschicksal - Sergej Bondartschuk, UDSSR 1959
    Datum: 02.12.2011, Dar al Janub


    Nach dem Beginn des Angriffs Deutschlands auf die Sowjetunion muss der Zimmermann Andrej Sokolow Abschied von seiner Familie nehmen. Er wird in den ersten Kriegsmonaten verwundet und gerät in Gefangenschaft. Er überlebt zwei Jahre Konzentrationslager und kann schließlich mit Geheimpapieren hinter die Frontlinie fliehen, die er an die Rote Armee aushändigt. In einem kurzen Heimaturlaub muss er feststellen, dass seine Frau und die beiden Töchter bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen sind. Nur sein Sohn, inzwischen ein junger Offizier, ist ihm geblieben. Wieder an die Front zurückgekehrt, erhält er am letzten Kriegstag die Nachricht, dass sein Sohn gefallen ist. Als er nach dem Krieg einsam und allein an einem fremden Ort arbeitet, lernt er den kleinen Waisenjungen Wanja kennen, dessen Mutter tot und dessen Vater gefallen ist. Sokolow gibt sich als sein Vater aus, um dem Jungen und sich selbst eine Perspektive zu geben.


  • Edelweispiraten - Niko von Glasow, BRD 2004
    Datum: 09.12.2011, Dar al Janub


    Im Kölner Stadtteil Ehrenfeld lebt eine Gruppe von Arbeiterkindern kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs ihren ganz eigenen Alltag. Die selbsternannten „Edelweißpiraten“ träumen von einer gerechten Welt und sehnen sich nach der unbeschwerten Vergangenheit. Sie rebellieren gegen das Naziregime. Einer von ihnen ist Karl, der sich in die etwas ältere Cilly verliebt hat. Cilly hat zwei Kinder mit Karls älterem Bruder, der im Krieg gefallen ist. Peter, Karls jüngerer Bruder, ist Mitglied der Hitlerjugend, doch als der Vater der Brüder im Krieg fällt, wendet er sich von der Gemeinschaft ab und tritt den Edelweißpiraten bei. Sie lernen den KZ-Häftling Hans Steinbrück kennen und bringen ihn bei Cilly unter. Mit Hans leisten sie verstärkt Widerstand gegen die Nazis, indem sie Juden verstecken und Waffen organisieren.


  • Der unsichbare Aufstand - Constantin Costa Gavras, Frankreich, Italien, BRD 1972
    Datum: 13.01.2012, Dar al Janub


    Der Film beginnt mit der Auffindung eines verdächtigen geparkten PKWs in einem großstädtischen Randgebiet. Im Fond des Fahrzeugs findet die Polizei unter der Rückbank die Leiche des gesuchten „Entwicklungshelfers“ Philip Michael Santore, der eine Woche zuvor zusammen mit einem ausländischen Diplomaten von Stadtguerillas entführt wurde. Die Regierung ordnet ein Staatsbegräbnis an, das im staatlichen Fernsehen übertragen wird. Danach werden die Ereignisse, die zur Ermordung des Mannes führten, in Rückblenden dargestellt. Neben dem vermeintlichen Entwicklungshelfer, der beim Kidnapping durch einen Schuss verletzt wird, entführen die Tupamaros einen brasilianischen Konsul sowie einen – kurz darauf wieder frei gelassenen – Sekretär der US-amerikanischen Botschaft. Santore und der Konsul werden in ein geheimes Versteck im Keller eines Wohnhauses gebracht. Dort halten die maskierten Entführer sie gefangen und vernehmen sie in den folgenden Tagen zu ihren Tätigkeiten. In einem Ultimatum wird die Freilassung von politischen Gefangenen für das Leben und die Freiheit der Geiseln gefordert.

    Eintritt frei*

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» Fotogalerie Remapping Palestine

 

 

Infofeld: Kontroverse im Vorfeld zum Symposium "Remapping Palestine"

Stellungnahme des Vereins zur Kritik am Symposium "Remapping Palestine", veröffentlicht in der Wiener Zeitung, Printausgabe 25.08.2011

Remapping Palestine - comment to criticism published in the Wiener Zeitung, print edition 25.8.2011, page 8, online edition 24.8.2011 - English version

Weicht die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit dem politischen Druck? - Offener Brief an Dr. Hartmeyer, Leiter der Abteilung "Förderung Zivilgesellschaft" der Austrian Development Agency, 19.09.2011

Did the Austrian Development Agency yield to political pressure? Open Letter to Dr. Hartmeyer, Department Head Funding/Civil Society

APA-Aussendung 19.09.2011

press release 20.09.2011

Stellungnahme des Vereins zur OTS-Aussendung der Österreichischen HochschülerInnenschaft vom 14.10.2011

 

Remapping Palestine - English version

Symposium: Remapping Palestine - Historische und Geographische Entwicklungen, aktuelle Implikationen und Perspektiven im Nahost-Konflikt

Podiumsdiskussionen, Workshops, Vorträge, Ausstellung, Konzert

19. bis 21. Oktober 2011

Eröffnung: 19. Oktober 2011, 18 Uhr

ReferentInnen unter anderen:

Joseph Massad - Dozent an der New Yorker Columbia University für "Modern Arab Politics and Intellectual History", USA

Salman Abu Sitta - Gründer und Präsident der Palestine Land Society, Großbritannien


Ilan Pappé - Israelischer Historiker, Autor und Professor an der Universität Exeter, Großbritannien

Viktoria Waltz - ehemalige Dozentin an der Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund und ehemalige Regierungsberaterin des palästinensischen Wohnbauministeriums in Gaza und Ramallah, Deutschland

Ali Hweidi - Journalist, Generalsekretär der palästinensischen NGO „Thabit“, Libanon

Annette Groth - deutsche Bundestagsabgeordnete "DIE LINKE", Mitglied im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe und im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, stellvertretendes Mitglied im Auswärtigem Ausschuss und im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union.

Umar al-Ghubari - Aktivist der israelischen NGO "Zochrot", Israel


Als sich vor über 60 Jahren im Schatten der Nachkriegszeit eine der größten Flüchtlingstragödien der Gegenwartsgeschichte ereignete, erarbeitete die neu gegründete UNO, nicht zuletzt als Konsequenz aus den Verbrechen des Nationalsozialismus und den mörderischen Folgen des 2.Weltkriegs die Charta der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Zur gleichen Zeit aber wurden eben diese Rechte im ehemals britisch-kolonialen Protektorat Palästina tausendfach ignoriert, verletzt und gebrochen.

Seit über 60 Jahren ringen PalästinenserInnen seither zunächst für das Selbstverständlichste: die Anerkennung ihrer Existenz, die Anerkennung des an ihnen begangenen Unrechts und die Anerkennung ihrer Rechte (...weiterlesen)

Eintritt frei

Details zum Programm »




gefördert durch/unterstützt von


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Bilder vom Sommerfest im Dar al Janub, 17.06.2011

Auch dieses Jahr fand im Dar al Janub das schon traditionell gewordene Sommerabschlussfest statt. Vor der diesjährigen Sommerpause, in der das Dar al Janub freitags geschlossen bleibt, gab dieses Fest die Möglichkeit noch einmal zusammen zu kommen, bei einem Buffet einander kennenzulernen, Freundschaften zu schließen, über vergangene und zukünftige Aktivitäten und Veranstaltungen zu sprechen oder auch sich über die Arbeit des Vereins zu informieren.

Wir wissen nur zu gut, dass unsere Freiheit unvollständig ohne die Freiheit der PalästinenserInnen ist (Nelson Mandela)

Sticker, 10,5 cm x14,8 cm, erhältlich im Dar al Janub

 


Gaza 2010
Gaza 2010 - Reports, expertises, analysis (English Version)

Kurzer Veranstaltungsbericht

Am Samstag, 16. Jänner 2010 fand im Albert-Schweitzer-Haus in Wien die Diskussions- und Informationsveranstaltung " Gaza 2010 - Berichte, Expertisen, Einschätzungen: Ein Jahr nach den Angriffen auf Gaza" statt. Etwa 150 bis 200 Personen besuchten den Diskussionsabend, ...(mehr »)

Fotos der Veranstaltung "Gaza 2010 - Berichte, Einschätzungen, Expertisen: Ein Jahr nach dem israelischen Angriff auf den Gazastreifen"


» Fotos: Slideshow starten


Podiumsdiskussion
Datum: 16. Januar 2010, 17 Uhr
Veranstaltungsort: Albert-Schweitzer-Haus, Großer Saal, Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien

Gäste am Podium:

Prof. Dr. Helga Baumgarten - Autorin, Politologin, Universität Birzeit/Ramallah (Palästina)

Mag. Hadil Ghazzawi - palästinensische Ernährungswissenschaftlerin, zur Versorgungssituation der Menschen im Gazastreifen

Erwin Lanc - Bundesminister a.D., Ehrenpräsident des International Institute for Peace, Wien. "Völkerrechtliche Aspekte des israelischen Angriffs auf Gaza"

MSP Pauline McNeill - Abgeordnete des Schottischen Parlaments, Mitglied der Delegation nach Gaza

Dr.med. Muneer Deeb - PalMed Deutschland, Oberarzt der Klinik für Allgemein,- Viszeral- u. Thoraxchirurgie im Klinikum Kassel, operierte während der Angriffe in Gaza

Liveschaltungen, Interviews und Videoleitung aus dem Gazastreifen und der Westbank - u.a. mit Dr. Maryam Saleh - Abgeordnete zum Palästinensischen Legislativrat

Programm:
17:00h - Eröffnung der Veranstaltung und Begrüßung
- Vortrag Hadeel Ghazzawi: "Die Ernährungssituation im Gazastreifen"
- Vortrag und Erfahrungsbericht Dr. Muneer Deeb: "Die Situation in den Krankenhäusern in Gaza zur Zeit der Angriffe vor einem Jahr und heute, nach Jahren der Blockade"

19:00h - 19:30h - Pause
19:30h - Kultureller Beitrag: Arabische Oud-Musik

19:45h - Vorträge, Liveschaltungen, Podiumsdiskussion u.a. mit Erwin Lanc, Helga Baumgarten, Liveschaltungen, Interviews und Videobotschaften aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland (u.a. mit Maryam Saleh – Abgeordnete zum Palästinensischen Legislativrat)
21:30h - Buffet mit arabischen und palästinensischen Speisen

Veranstalter:
Dar al Janub - Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative
Koordinationsforum zur Unterstützung Palästinas

in Kooperation mit der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen

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