Rassismus:
Gesellschaftliche Strukturen, wissenschaftliche
Konstrukte und politische Praxis -
Ein Dialog aus unterschiedlichen Perspektiven
Podiumsdiskussion mit:
-
Araba Evelyn Johnston-Arthur - Kultur-
und
Gesellschaftskritikerin zwischen Theorie
und Praxis. Lehrbeauftragte am Institut
für Afrikanistik und Germanistik
Universität Wien.
- Gabriele Dietze - Kulturwissenschafterin
und Amerikanistin, Institut für
Anglistik und Amerikanistik Humboldt
Universität zu Berlin
- Hossam Shaker - Journalist,
Autor zahlreicher Bücher in arabischer
und englischer Sprache zu den Thema
Migration und Partizipation von MigrantInnen
in Europa
Wann:
Donnerstag, 10. Juni 2010, 19
Uhr, Hotel Regina, Rooseveltplatz
15, 1090 Wien
In welchem Verhältnis stehen
wissenschaftliche und mediale Auseinandersetzungen
über Menschen- und Asylrechte,
Migration und Kolonialismus zu einer
antirassistischen politischen Praxis?
Über wen und für wen wird
in solchen Diskussionen gesprochen?
Wer ermächtigt sich über
wen? Und wer kommt gar nicht zu Wort?
Ziel der Diskussion ist es, einen
Perspektivwechsel im Rahmen sogenannter
Integrationsdebatten zu vollziehen.
Diese widmen sich zumeist - mehr oder
weniger direkt - der Frage, inwiefern
sich MigrantInnen ("die Anderen")
als integrationswürdig erweisen,
ob sie bereits "gut integriert"
sind, noch nicht "so weit"
sind, oder aber nicht "integrationswillig"
sind.
Die theoretische Rahmung des Projektes
"Sesam öffne dich - Begegnung
schafft Räume" soll dazu
genützt werden, um in der eigenen
Auseinandersetzung und durch die Perspektiven
der ReferentInnen hinter diese Endlosspirale
der Rechtfertigungen und Vorhaltungen
einen Punkt zu setzen und unseren
Blick auf die sogenannte "Aufnahmegesellschaft",
auf das "Eigene" zurück
zu lenken.
In Anlehnung vor allem an postkoloniale
Theorien von FeministInnen aus dem
Süden, möchten wir deshalb
die Suche nach "richtigen"
oder "falschen" "Wahrheiten"
über "die Anderen"
oder "uns selbst" hinter
uns lassen.
Spannend dabei ist es, gerade dort
hinzusehen, wo sich absolute "Wahrheiten"
präsentieren und sich in verschiedenen
Formen oftmals unhinterfragt auf allgemeiner
oder institutionalisierter Ebene zu
verankern suchen. Thematisiert werden
sollen dabei vor allem jene subtilen
Formen des Rassismus, die sich als
"aufgeklärt" und akademisch
präsentieren
Zu
den ReferentInnen:
Araba
Evelyn Johnston-Arthur, Mitbegründerin
und Aktivistin der sozialpolitischen
Selbstorganisation PAMOJA, Bewegung
der jungen afrikanischen Diaspora
in Österreich. Antirassistische
Öffentlichkeitsarbeit, Vortrags
-und Trainingstätigkeit, Beiträge
in Publikationen und Zeitschriften
zur Schwarzen österreichischen
Geschichte, genderspezifischen Konstruktion
von Schwärze, zu institutionellem
Rassismus und Antirassismus.
Gabriele
Diezte, Kulturwissenschafterin
und Amerikanistin an der Humboldt
Universität zu Berlin. Aktuelle
Publikationen: Intersektionalität
und Hegemonie(selbst)kritik, in: Wolfgang
Gippert (Hg.) 2008: Transkulturalität:
Gender und bildungshistorische Perspektiven,
Bielefeld: Transcript; Okzidentale
Bilderpolitik. Neo-Orientalismus und
Migration in der Visuellen Kultur,
in Margret Lünenborg (Hg.) 2009
Politik auf dem Boulevard. Die Neuordnung
der Geschlechter in der Politik der
Mediengesellschaft. Bielefeld, Transcript.
Hossam
Shaker, Journalist, Autor zahlreicher
Bücher in arabischer und englischer
Sprache zu den Thema Migration und
Partizipation von MigrantInnen in
Europa
 |
Eine
Diskussionsveranstaltung im Rahmen
des Projekts "Sesam öffne
dich - Begegnung schafft Räume"
gefördert von der MA 17 -
Integrations- und Diversitätsangelegenheiten
der Stadt Wien |
