"Neue
Lösungen und Initiativen werden
immer wieder vorgeschlagen, aber bisher
hat noch nie jemand den Flüchtlingen
zugehört. Es ist das Recht der
Palästinenser über ihr Schicksal
selbst zu bestimmen"
Dar al Janub - Der
Verein für Antirassistische und
Friedenspolitische Initiative wird
vom 14.-25. August eine Reise in den
Libanon durchführen. Das Ziel
dieser Reise ist es, Informationen
über die Situation der palästinensischen
Flüchtlinge im Libanon zu erhalten
und die Verbindung zu den Flüchtlingen
zu verstärken.
Daraus soll sich die Möglichkeit
für eine weitere Zusammenarbeit
ergeben.
Seit den Vertreibungen
von 1948 leben palästinensische
Flüchtlinge im Libanon. Im Zuge
weiterer Vertreibungen sind die Lager
seitdem stetig angewachsen. Mittlerweile
leben ungefähr 400.000 Palästinenser
in libanesischen Flüchtlingslagern.
Neben den miserablen humanitären
Bedingungen, ist auch die politische
und rechtliche Situation der Flüchtlinge
schlecht. Die Flüchtlinge waren
in der Geschichte im Libanon immer
wieder Angriffen ausgesetzt, und die
aktuellen Ereignisse im Libanon zeigen,
dass wiederum Gefahr für sie
drohen könnte. Das Rückkehrrecht
der Flüchtlinge ist eine wesentliche
Forderung der Palästinenser.
Hier zeigt sich auch die entscheidende
politische Bedeutung die die Flüchtlinge
und ihre Forderungen haben. Eine gerechte
Lösung für die Flüchtlinge
unter Berücksichtigung der UN-Resolutionen
und des Rechts auf Rückkehr ist
ein notwendiger Schritt für einen
dauerhaften Frieden in Palästina.
Wir haben die Möglichkeit
die meisten der palästinensischen
Lager zu besuchen und uns ein Bild
von der Situation zu machen. Ebenso
werden wir mit zahlreichen Vertretern
und Vertreterinnen der palästinensischen
Flüchtlinge zusammentreffen,
mit NGOs, mit Ärzten usw.
Unter anderem gibt es Treffen mit
dem PLO-Vertreter im Libanon Sultan
Abu El Einein im Flüchtlingslager
Rashydia, mit Amneh Jibril, der Vertreterin
der Generalunion der palästinensischen
Frauen im Libanon im Lager Ain al-Hilweh,
mit dem Vertreter der Generalunion
der palästinensischen Schriftsteller
Samir Ahmad, mit dem libanesischen
Parlamentsabgeordneten und Vorsitzender
des humanitären Komitees im libanesischen
Parlament Marwan Faris und mit dem
Leiter der UNRWA (UNO-Abteilung zur
Unterstützung der palästinensischen
Flüchtlinge) im Libanon Richard
Cook.
Wesentlich werden
für uns Fragen nach der gesundheitlichen
Versorgung, Fragen der Bildungsmöglichkeiten
und der Wasserversorgung sein. Dazu
werden wir Einrichtungen von NGOs,
der UNRWA und der Komitees in den
Lagern besuchen. Das Programm umfasst
auch einen Besuch im Haifa-Krankenhaus
im Lager Burj-Al- Barajneh und in
der Abu Jihad Alwazeer Einrichtung
für Behinderte im Lager Rashidyah.
Ein wichtiger Punkt
wird vor allem die Situation der Kinder
in den Flüchtlingslagern sein.
Ein weiterer Aspekt ist die Rolle
des Rückkehrrechtes nach Palästina,
und die Beteiligung der Flüchtlinge
in den politischen Prozessen in Palästina.
Hier sollen unterschiedliche Positionen
und Forderungen der Flüchtlinge
wahrgenommen werden. Auch wird für
uns die Frage wichtig sein, welche
Rolle Europa für die Situation
der Flüchtlinge spielt bzw. wie
wir hier in Europa die Anliegen der
palästinensischen Flüchtlinge
besser unterstützen können.
Wir möchten
auch die Geschichte der Lager und
die Erfahrungen der dort lebenden
Menschen kennenlernen. Zu diesem Zweck
werden wir auch das Palästina
Museum, unter der Leitung von Mahmoud
Dakwar und dem Palestinian Comittee
for Culture and Heritage besuchen,
indem zahlreiche Stücke aus Palästina
vor der Zeit der Nakba ausgestellt
sind. (siehe Artikel von Robert Fisk)
Die Informationen,
Perspektiven, Meinungen und Forderungen
der Flüchtlinge, die Photos und
Interviews werden dann in Veranstaltungen,
Publikationen und Artikeln veröffentlicht.
Wenn Sie Interesse an genaueren Informationen
über die Reise haben, oder sich
für eine Zusammenarbeit in der
Aufbereitung und Veröffentlichung
der Informationen nach der Reise interessieren,
freuen wir uns mit Ihnen in Verbindung
zu treten.
Wir möchten
uns beim Roten Kreuz und bei den Menschen
und Institutionen die Medikament-,
Geld- oder Sachspenden gegeben haben
herzlich bedanken.
Wer ebenfalls Spenden zur Unterstützung
oder Medikamentspenden geben möchte,
wird gebeten uns zu kontaktieren.