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Mit dem Projekt "Sesam öffne dich - Begegnung schafft Räume" wird eine neue Initiative ins Leben gerufen, die eine Begegnung zwischen muslimischen MigrantInnen und der Mehrheitsgesellschaft ermöglicht und insbesondere dort anknüpft, wo institutionalisierte Projekte aufgrund eines unzureichenden Zugangs zur Community nicht entfaltet werden können. Die derzeitige Tendenz offizieller GeldgeberInnen zur Förderung integrationspolitischer Maßnahmen laufen Gefahr Integration auf einen Assimilationsprozess zu reduzieren. Dabei werden Menschen aus den Ländern des Südens auf ihren, als "rückständig" definierten, kulturellen, politischen und sozialen Hintergrund festgeschrieben. Eine derart verstandene Integrationspolitik greift rassistische Legitimationen auf, um sie im Rahmen sogenannter integrationspolitischer Maßnahmen fortzusetzen, die von MigrantInnen verlangt, sich 'gefällig' zu verhalten, sich "gefälligst" zu assimilieren. Die sich verschärfenden Debatten der letzten Jahre zum Thema "Islam in Europa" zeigen die Notwendigkeit auf, die Bemühungen um einen Dialog zu intensivieren und vorgefasste Denkweisen aufzubrechen. Daneben gilt es auch den Austausch zwischen Menschen, die sich auf der theoretischen Ebene, im universitären Rahmen mit Rassismus, Kolonialismus, Eurozentrismus u.ä. Themen auseinander setzten und den Menschen, über die dabei gesprochen und theoretisiert wird, zu ermöglichen. Dabei soll insbesondere die Abstraktion dieser Themen in der direkten zwischenmenschlichen Interaktion und Auseinandersetzung aufgehoben werden. Das gemeinsame Projekt kann dabei einen Rahmen schaffen, bei dem sich die Projektbeteiligten aufeinander einlassen, tradierte Fremdbilder revidiert, aber auch eigene Standpunkte kritisch reflektiert werden können. Ziele des Projektes Hauptziel des Projektes ist es durch partizipative Aktivitäten, Workshops, Diskussionen und Stadtspaziergänge ein gegenseitiges Kennenlernen und ein Verständnis der jeweiligen anderen Seite zu ermöglichen. Erfolgreiche "Integration" und gesellschaftliche Partizipation von MigrantInnen scheitern insbesondere an gesellschaftlichen Strukturen, rassistischen Ressentiments und hegemonialen Diskursen über "die Anderen", weshalb dieses Projekt auch eine Möglichkeit bieten soll, Integrationsarbeit in einen politischen Kontext zu stellen. In workshops sollen daher auch gemeinsame Strategien erarbeitet werden, wie beispielsweise Empowerment und Zivilcourage in der Praxis umgesetzt werden kann. Parallel dazu geben Stadtspaziergänge die Möglichkeit die Stadt Wien gemeinsam kennen zu lernen, Räume der Begegnung miteinander zu erkunden, aber auch gemeinsam die Spuren der imperialen und kolonialen Geschichte Wiens, Österreichs und Europas zu suchen und deren Einfluss auf das spannungsgeladene Verhältnis zwischen "Orient" und "Okzident" zu reflektieren. Da der Begegnungsraum vor allem auch ein Kennenlernen in entspannter Atmosphäre ermöglichen soll, werden soziale und kulturelle Aspekte nicht zu kurz kommen. Hier bietet der allwöchentliche "offene Abend" am Freitag die Möglichkeit, die Aktivitäten beliebig zu erweitern, sich zu treffen und sich wiederzusehen.
Bereits feststehende Termine:
26.
März 2010: Auftakt- bzw. Eröffnungsveranstaltung Vorstellung des Projektes durch die Projektleiterinnen, kulturelles Rahmenprogramm und interkulturelles Buffet.
17. April 2010: Stadtspaziergang I: "Vom Wienerberg bis zum Justizpalast: Migration und ArbeiterInnenbewegung in Wien", Uhrzeit: 11 Uhr vormittags, Treffpunkt wird noch auf der Website bekannt gegeben. 15. Mai 2010: Stadtspaziergang II: "Rassismus und Polizeigewalt", Uhrzeit: 11 Uhr vormittags, Treffpunkt wird noch auf der Website bekannt gegeben. 5. Juni 2010: Stadtspaziergang III: "Orientalismus und Geschichtsschreibung in Wien", Uhrzeit: 11 Uhr vormittags, Treffpunkt wird noch auf der Website bekannt gegeben. 29.
April 2010: Workshop Hijab und Rassismus (nur für Frauen) Wo sind wir im Alltag mit Rassismus konfrontiert und wie gehen wir damit um - welche Strategien hat sich jede/r für sich zurechtgelegt? Eine Aufnahme/Schilderung von Perspektiven. Im Mittelpunkt steht der Erfahrungsaustausch und das gemeinsame Erarbeiten von möglichen Handlungsstrategien gegen rassistische An- und Untergriffe im Alltag. 20.
Mai 2010: Workshop Antirassismus II (für Frauen und Männer) Strategien im Umgang mit Alltagsrassismus: Deeskalation und Selbstbehauptung 10. Juni 2010: Podiumsdiskussion "Rassismus: Gesellschaftliche Strukturen, wissenschaftliche Konstrukte und politische Praxis - Ein Dialog" Wie lassen sich wissenschaftliche Auseinandersetzungen über Menschen- und Asylrechte, Migration und Kolonialismus mit antirassistischer Praxis verbinden? Über wen und für wen wird in solchen Diskussionen gesprochen? Wie lassen sich die in der Theorie problematisierten Strukturen in der Praxis verändern?
Offener
Abend für FreundInnen des Vereins, ProjektmitarbeiterInnen, der
Interessierten eine Möglichkeit bieten soll, um sich bei einem
gemeinsamen Essen zu treffen, sich austauschen und weitere Projektideen
zu planen. Diese Freitage werden in das Projekt eingebunden so kann
jede/r die/der mitmacht, diesen Freitag mitgestalten. Beispielsweise
kann gerne das alltägliche Kochen in die Kleistgasse verlegt werden.
So können wir zum Beispiel die unterschiedlichsten internationalen
Speisen und deren Zubereitung kennenlernen und gleich selbst erlernen.
Den TeilnehmerInnen wird auch die Möglichkeit geboten ihre Herkunftsregion
vorzustellen An diesen Abenden können aber auch Fragen zu Studium
u.ä. gemeinsam geklärt werden, um sich gegenseitig zu unterstützen,
sei es bei einer Hausaufgabe oder sei es eine andere Form von Wissensweitergabe.
18. Juni 2010: Sommer- und Semesterabschlussfest ab17 Uhr im Dar al Janub
Dieses Projekt wird gefördert von der MA 17 - Integrations- und Diversitätsangelegenheiten der Stadt Wien |
Für den Inhalt verantwortlich: Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative

