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| | Kurze Darstellung
des Vereins und seiner Gründung |
Der Verein für antirassistische und friedenspolitische
Initiative wurde im Oktober 2003 gegründet. Die Entstehung des Vereins war
eng verknüpft mit den bewegenden internationalen Ereignissen sowie den lokalen
und gesamteuropäischen Debatten dieser Jahre. Insbesondere das endgültige
Scheitern des Osloer Friedensprozesses in Palästina/Israel, der Beginn des
Afghanistankrieges und des Irakkrieges und die zeitgleiche Zuspitzung der Integrationsdebatte
und der Kontroverse rund um das Thema Islam & Integration waren maßgebliche
Motive, die zur Bildung des Vereins beitrugen. Anfänglich von Studentinnen
und Studenten vorwiegend österreichischer Herkunft ins Leben gerufen, war
von Beginn an einer der Leitgedanken mit dem Verein eine Plattform zu schaffen,
in der Menschen unterschiedlicher Herkunft voneinander lernen und gemeinsam arbeiten
können. Antirassismusarbeit und Friedenspolitik in umfassender Gestalt,
in Form wissenschaftlicher Vertiefung, bildungspolitischer Öffentlichkeitsarbeit,
kultureller und sozialer Kommunikation, Interaktion und Verständigung zählen
zu den Tätigkeitsfeldern unserer Arbeit.
Prämisse für eine
ernsthafte Bemühung in diesen Bereichen ist für uns eine weitreichendere
Definition von Antirassismus, Integrationsarbeit und Friedenspolitik.
Qui desiderat pacem, praeparet pacem (Wer
den Frieden will, bereite den Frieden vor)
Friede ist nachweislich nicht
die bloße Abwesenheit von Krieg. Viele, zum Teil sehr verschiede Faktoren
führen zu militärischen bzw. bewaffneten Konflikten zwischen Ländern,
Völkern oder ethnischen und religiösen Gruppen. Daher gilt es die Ursachen
und Hintergründe für Konflikte genau zu untersuchen und verstehen zu
lernen. Dauerhafter Friede basiert auf Wohlstand und Gerechtigkeit; wo Unrecht
herrscht, wird es immer wieder Anlässe für Rebellion und bewaffnete
Konfrontationen geben. Umgekehrt findet das Schüren von Konflikten immer
wieder als Mittel kolonialistischer Expansions-, Macht und Interessenspolitik
Verwendung. Historisch wie gegenwärtig verschleiern "militärische
Friedenseinsätze" und politische Interventionen oftmals das machtpolitische
Kalkül der "Friedensmission". Will man sich hingegen ernsthaft
für dauerhaften und gerechten Frieden einsetzen, ist es umso entscheidender
bei der Beurteilung lokaler und regionaler Feindschaften und bewaffneten Kämpfen
die koloniale Attitüden und rassistischen Schemata zu durchbrechen, die oftmals
den Protagonisten "Unzivilisiertheit" und Fanatismus unterstellen. Vielmehr
gilt es die Interessen überregionaler Akteure und die historisch-kolonialen
Hinterlassenschaften zu ergründen, um sich den Ursachen des jeweiligen Konfliktes
anzunähern. Hier setzen wir als Verein mit unserer bildungspolitischen und
wissenschaftlichen Arbeit an, um unter anderem über öffentliche Veranstaltungen,
Symposien, Seminaren, Workshops und wissenschaftsjournalistischen Publikationen
eine Sensibilisierung und inhaltliche Vertiefung der öffentlichen Debatte
zu erwirken.
Die Länder des Südens, Europa
und der arabisch-islamische Raum
Der Beiname des Vereins für
antirassistische und friedenspolitische Initiative sowie des Vereinslokals - "Dar
al Janub" - kommt aus dem Arabischen und bedeutet "Haus des Südens".
Mit diesem Namen verbinden wir zugleich unsere Agenda als Teil des Dialogs zwischen
den Ländern des Südens und Europas, als Brücke zwischen Europa
und dem Süden. Dieser Dialog und die interkulturelle Begegnung findet sowohl
zunächst im Dar al Janub selbst - als organisatorischer Rahmen - als auch
in unserer antirassistischen und friedenspolitischen Arbeit nach außen hin
statt.
Als Teil einer europäischen Verbindungsstelle zwischen Europa
und dem arabischen Raum erachten wir es als unsere Aufgabe für eine eigenständige
europäische Außenpolitik einzutreten und die politischen, diplomatischen
und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und den Ländern des Südens
zu stärken.
Das politisch geeinte Europa versteht sich als Friedensprojekt,
und die Europäische Union gehörte zu den aussichtsreichsten Anwärtern
für den Friedensnobelpreises bei den Nominierungen in Oslo 2007. In der Außenpolitik
der EU zählt der Arabische Raum zu den bedeutendsten geostrategischen Regionen
und zu einem wichtigen regionalen Nachbarn. Nicht umsonst gehört der größte
Konfliktherd im Nahen Osten - Palästina - zu den Schwerpunktländer der
österreichischen und europäischen Entwickungszusammenarbeit (EZA), ist
dessen ungeachtet jedoch - gemessen an der Zahl der Projekte - völlig unterrepräsentiert.
Die EU könnte - trotz der historischen Bürde seiner kolonialen Vergangenheit
- als internationale Kraft fungieren, die ferner auch von arabischer Seite als
grundsätzlich vertrauenswürdig und neutral anerkannt wird.
Gegenwärtig
ist die Außenpolitik der EU jedoch kraftlos und schwankend; neben vereinzelten
mutigen Schritten hin zu einer selbst- und eigenständigen EU-Außenpolitik,
abseits der fatalen und brandgefährlichen US-Politik, fällt die EU stets
wieder in mutlose bürokratische Administration der von den USA beschlossenen
Verordnungen (Stichwort Anapolis 2007) und hegemoniale Überheblichkeit (Stichwort
Lateinamerikagipfel 2006, Afrikagipfel 2007) zurück. Gleichzeitig gibt
es in der europäischen Öffentlichkeit und bei europäischen Entscheidungsträgerinnen
und Entscheidungsträger Lücken, was die Kenntnis der arabischen/islamischen
Gesellschaften betrifft. Aus diesem Grunde erscheint es uns umso wichtiger diese
Lücken zu schließen und eine Sensibilisierung für die Sachlage
zu schaffen. Desgleichen erachten wir es als unsere Verpflichtung als europäische,
international orientierte NGO die zivilgesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen
und an den nachahmenswerten Perspektiven einer emanzipierten, selbständigen,
brückenbauenden, friedensstiftenden und couragierten EU-Außenpolitik
festzuhalten.
Hilfsprojekte
Parallel
dazu führt der Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative
schon seit einiger Zeit konkrete kleinere Hilfsprojekten in Palästina und
im Libanon durch. Beginnend mit einer vom Verein organisierten Delegation und
Fact-Finding-Mission im Sommer 2005 in die palästinensischen Flüchtlingslager
und in Kooperation mit dem Österreichischen Roten Kreuz wurden dringend benötigte
Medikamente an Krankenhäuser, Spitäler und medizinische Hilfsorganisationen
gespendet. Nach den israelischen Angriffen auf den Libanon im Sommer 2006 wurden
vom Verein - ebenfalls in Kooperation mit dem ÖRK in einer Soforthilfsmaßnahme
Medikamente zur Notversorgung an Partner-NGOs vor Ort geschickt. Geplant sind
weitere und längerfristige Hilfsmaßnahmen und Hilfsprojekte im Libanon
und in Palästina aufzubauen. Projektiert sind Kooperationen und Synergien
mit palästinensischen und libanesischen Partner-NGOs, die den Menschen die
Möglichkeit bieten ihre kulturelle, soziale und politische Identität
zu wahren und subsitenzwirtschaftliche Projekte zu realisieren. Neben dem
- derzeit nur in sehr beschränktem Rahmen möglichen - Vertrieb palästinensischer
Produkte wie Olivenöl, Seifenprodukte und Satar, dessen Reinerlös direkt
an die Produzentinnen und Produzenten geht, gibt es über unseren Verein und
in Kooperation mit palästinensischen NGOs auch die Möglichkeit eine
Patenschaft für palästinensische Kinder in den Flüchtlingslagern
zu übernehmen.
Integrationsprojekte im Dar al Janub
- Zentrum Interkultureller Begegnung
Zu einem gleichermaßen
zentralen Bestandteil unserer Arbeit zählt die Integrationspolitik, zumal
Migration ein Abbild von Krieg, Verfolgung und wirtschaftlicher Dependenz darstellt.
Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen - seien die Gründe dafür
Krieg, politische bzw. ethnische Verfolgung oder wirtschaftliche Not - sind in
Europa einer Doppel- und Dreifachbelastung ausgesetzt. Der Verlust der eigenen
Heimat, der interindividuelle Grund für den konkreten Migrationsentschluss,
der Integrationsdruck und die Konfrontation mit offenen und subtilen Formen von
Rassismus in den Aufnahmeländern erschweren es den Migrantinnen und Migranten
ihr Leben in der neuen Heimat selbstbestimmt zu gestalten. Wir definieren
die Ziele von Integrationspolitik in unserer konkreten Arbeit jedoch nicht als
einen Assimilationsprozess, welcher das kulturelle und soziale Rückgrat der
Menschen mit Migrationshintergrund brechen soll und eine bedingungslose Anpassung
und Nivellierung fordert, sondern als einen beidseitig bereichernden Prozess.
Neben afrikanischen Migrantinnen und Migranten sind insbesondere auch Migrantinnen
und Migranten aus arabisch/muslimischen Ländern am häufigsten von Rassismus,
Xenophobie und Akkulturationsdruck betroffen. Mittels integrationspolitischer
Öffentlichkeitsarbeit, interkulturellen Frauenabenden, kostenlosen Deutschkursen,
Workshops und kultureller Dialoge versuchen wir mit Dar al Janub ein interkulturelles
Zentrum zu schaffen, in dem ein integrationspolitisches Verständnis, konkrete
Partizipation und Zusammenkommen realisiert werden kann.
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zu Vereinssatzung, Mitgliedschaft, Vorstand, Personen » |
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